Patientengeschichten

Körperstolz-Protagonistin Steffi Jesko: Aktiv und selbstbewusst mit Stomabeutel

Steffi Jesko (31) litt über viele Jahre an einer besonders schweren Form von Morbus Crohn, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Nach zahlreichen Operationen wurde bei ihr 2011 zudem Darmkrebs festgestellt. Sie erhielt einen künstlichen Darmausgang (Stoma), so wie rund 130.000 andere Menschen in Deutschland. Als Protagonistin der BVMed-Kampagne "Körperstolz" zeigt Steffi Jesko, dass man auch mit chronischen Erkrankungen mitten im Leben stehen kann und dass Stoma kein Tabuthema sein muss. "Der Stomabeutel gehört jetzt zu mir und lässt mich wieder aktiv am Leben teilhaben." Die Kampagne "Körperstolz" startete im Mai 2015 am Flughafen Tegel und wird im Juni 2015 auf Großflächen in Berlin ausgeweitet. Informationen, Motive und Patienteninterviews gibt es unter www.bvmed.de/koerperstolz.

Steffi Jesko möchte Mut machen: "Ein Stoma ist für viele immer noch ein Tabuthema. Ich möchte mit meiner Teilnahme bei 'Körperstolz' ein Zeichen setzen, dass man sich mit einem künstlichen Darmausgang nicht verstecken muss. Man kann sich auch mit einem Stomabeutel selbstbewusst zeigen. Schließlich bin ich auch mit meinem Stoma ein normaler Mensch." Der Weg dahin war für Steffi Jesko allerdings ein langer Prozess: "In den ersten zwei Jahren konnte ich den künstlichen Darmausgang nicht akzeptieren. Ich habe mich zurückgezogen und habe kaum mehr etwas unternommen." Geholfen hat ihr unter anderem der Austausch mit anderen Betroffenen. "Ich habe erkannt, dass mir dieses Stoma ein anderes, besseres Leben ermöglicht. Ich quäle mich nicht mehr mit Schmerzen durch den Tag. Ich kann wieder alles essen, was ich will. Und vor allem habe ich wieder Freude am Leben."

Für ihre Stomaversorgung hat Steffi Jesko ein zweiteiliges System: es besteht aus einer Basisplatte, die an den Bauch geklebt wird, und einem Beutel, der daran befestigt wird, um den Stuhl aufzufangen. Steffi Jeskos Ratschlag an Menschen, die ein Stoma neu bekommen: "Von großer Bedeutung ist die eigene Einstellung. Man kann sich selbst im Wege stehen und sich das Leben mit Stoma schwer machen. Doch auch mit Stoma kann man das Leben genießen – mit allem, was dazu gehört wie Beruf, Freizeit, Sport, Partnerschaft und auch Sexualität."

Das ausführliche Interview mit Steffi Jesko gibt es unter www.bvmed.de/steffi-jesko.

Der BVMed trägt seit 2010 mit der Kampagne "Maßstab Mensch" (www.massstab-mensch.de) die Bedeutung und Faszination moderner Medizintechnologien in die Öffentlichkeit. Diese wird 2015 durch die neue Motivreihe "Körperstolz" fortgesetzt.

Mit ihr rüttelt der BVMed an einem gesellschaftlichen Tabu: Trotz ihrer Verbreitung und Relevanz für den Einzelnen werden einige Medizinprodukte schamvoll versteckt, über ihre vielfache Nutzung wird öffentlich kaum gesprochen. Das will die neue Kampagne ändern: Sie macht deutlich, dass es für Scham und Tabuisierung keinen Grund gibt und will Betroffene motivieren, auf den eigenen Körper stolz zu sein und dies auch öffentlich zu zeigen.

Die Kampagne möchte zugleich das Verständnis von der Lebenssituation Betroffener stärken. Darüber hinaus wird die Botschaft transportiert, dass Medizinprodukte entscheidend zu ihrer Lebensqualität beitragen und ihnen ein weitgehend normales Leben ermöglichen. All diese Aspekte spiegelt die Kampagnenbotschaft wider: "Jeder Mensch ist einzigartig. Einigen helfen wir, wie alle anderen zu leben".

Im Zentrum der Kampagne stehen vier Motive: Stoma, Inkontinenz, Künstliche Ernährung und Diabetes.

Informationen, Motive und Patienteninterviews gibt es unter www.bvmed.de/koerperstolz.
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