hydroaktive Wundauflagen

BVMed-Broschüre "Einsatz von hydroaktiven Wundauflagen" neu aufgelegt

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, hat die Informationsbroschüre zur Wundversorgung mit dem Titel "Wirtschaftlichkeit und Gesundheitspolitik: Einsatz von hydroaktiven Wundauflagen" aktualisiert und neu aufgelegt. Die Broschüre führt in die wichtigsten sozialversicherungsrechtlichen, medizinisch-pflegerischen und wirtschaftlichen Aspekte der Wundversorgung ein. Sie wurde vom BVMed-Fachbereich "Moderne Wundversorgung" (FBMW) erarbeitet. Die Broschüre kann unter www.bvmed.de/broschuere-wundversorgung kostenpflichtig bestellt oder kostenfrei elektronisch heruntergeladen werden.

Neu aufgenommen wurden Informationen zu Modellvorhaben zur Übertragung ärztlicher Tätigkeiten an Pflegepersonal nach § 63 Abs. 3c SGB V und zur Delegation ärztlicher Leistungen an nichtärztliches Personal in der ambulanten Versorgung sowie Informationen zur Metaanalyse von Prof. Dr. Matthias Augustin, die die bestehende Evidenz bestätigt und die besseren Heilungschancen durch hydroaktive Wundauflagen belegt. Neu aufgenommen wurden auch ein Abkürzungsverzeichnis und Glossar zur Wundversorgung sowie die Anhänge "EBM-Ziffern Wundbehandlung mit Leistungsinhalt" und "GOÄ-Gebührensätze Wundversorgung".

Für den Einsatz hydroaktiver Wundauflagen haben Fachgesellschaften, Krankenkassen und Expertengremien bereits Richt- und Leitlinien verabschiedet, die deren Einsatz als anerkannten Stand der Wissenschaft belegen und fordern. Die Metaanalyse des Teams von Prof. Dr. Matthias Augustin aus dem Jahr 2013 zeigt zudem klar eine statistisch signifikante überlegene Wirksamkeit von modernen Wundauflagen im Vergleich zu konventionellen Wundauflagen bei Patienten mit chronischen Wunden.

In Deutschland leiden etwa zwei Millionen Menschen an chronisch offenen Wunden. Neben Ulcus cruris, Dekubitus und dem Diabetischen Fuß gibt es zahlreiche weitere Indikationen, die eine Versorgung mit hydroaktiven Wundauflagen benötigen. Am Beispiel Diabetischer Fuß zeigen sich die Folgen unzureichender Wundversorgung. Diese Krankheit führt allein in Deutschland zu jährlich rund 60.000 Amputationen. Diese Amputationen sind in der Folge mit hohen Kosten für die weitere Versorgung der Patienten verbunden. Mehr als ein Drittel der amputierten Patienten weisen ein hohes Risiko auf, zum Pflegefall zu werden.

"Insgesamt führt eine unzureichende Versorgung von chronischen Wunden zu längeren Behandlungszeiten für die Patienten, verminderter Lebensqualität und Schmerzen, Polymedikation durch zusätzliche Schmerzmittel, dadurch bedingte Mehrkosten für das Gesundheitssystem und durch den damit verbundenen Arbeitsausfall, schließlich zu vermeidbaren volkswirtschaftlichen Schäden", so die Autoren in ihrem Vorwort. Bei der Entscheidung für die Auswahl der Wundtherapie stünden immer noch zu oft die Materialkosten pro Verband (Stückkosten), statt der Betrachtung der Gesamtkosten der Behandlung, im Vordergrund, so die Kritik der Experten.
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