Gelenkersatz bewegt

Patientengeschichte Manuela Voack: "Heute geht es mir wieder gut"

Die 51-jährige Österreicherin Manuela Voack erhielt als Tumorpatienten bereits 1991 eine Sonderanfertigung für ein Knieimplantat. Sie verzichtete in der Folgezeit auf aktive Sportarten wie beispielsweise Skifahren, "fühlte mich aber ansonsten Null eingeschränkt", wie sie dem BVMed erzählt. "Im Gegenteil: während manche meiner Kollegen nach zwei Stunden Messe-Spaziergang über Kreuzweh gejammert haben, war ich immer noch flott unterwegs." Anfang 2018 musste sie sich nach einem Schienbeinbruch und einem Beugedefizit im Knie erneut einem Eingriff unterziehen. Im Krankenhaus lagen die Unterlagen von 1991 nicht mehr vor. Eine Anfrage beim Hersteller des Knieimplantats in Hamburg erwies sich als Glücksfall: dort waren die Zeichnungen der Sonderanfertigung noch verfügbar und Ersatzteile lieferbar. Bei der Operation 2018 stellte sich heraus, dass die 27 Jahre alte Prothese noch vollständig intakt war. Während des Eingriffs wurde die Buchse ausgewechselt und der Knochendefekt im Schienbein mit Knochen aus einer Knochendatenbank gefüllt. "Mir geht es heute wieder gut, nach dem Eingriff und der Heilung meines Schienbeinbruchs bin ich wieder mobil", erzählt Manuela Voack.

Bericht aus dem Kundenmagazin "directLINK 01/2018" des Herstellers Waldemar Link GmbH & Co. KG:


»Custom-made« LINK® Endo-Modell® auch nach 26 Jahren Standzeit vollständig intakt

Eine 51-jährige ehemalige Tumorpatientin mit einer seit 26 Jahren in situ befindlichen, individuell angefertigten LINK® Endo-Modell®-M Knieendoprothese rechts kontaktiert LINK wegen Knieinstabilität. Das zusätzliche Pro­blem: Der damalige Operateur ist im Ruhe­stand, das Krankenhaus, in dem die Operation im Jahr 1991 durchgeführt wurde, existiert in der ursprünglichen Form nicht mehr, spezielle Daten zur Endoprothese sind nicht mehr verfügbar. Nach einer sturzbedingten proxi­malen Tibiafraktur fürchtet die Patientin, ihr Bein zu verlieren.
Wie alle technischen Zeichnungen der LINK Sonderanfertigungen waren auch die dieser 1991 implantierten LINK® Endo-Modell®-M Knieendoprothese im Archiv von LINK verfügbar; Ersatz­teile für einen Buchsenwechsel sind ab Lager lieferbar. Zusammen mit dem ehemaligen Operateur, Prof. Dr. med. Martin Salzer, organisierte LINK den Revisionseingriff bei der Patientin am Orthopädischen Krankenhaus Gersthof in Wien durch den Ärztlichen Direk­tor, Prof. Dr. med. Peter Ritschl.

Dort präsentierte sich die grundsätzlich schmerzfreie Patientin mit einem Beu­gedefizit rechts; die Arbeitsdiagnose lautete »Buchsenbruch«. Weil die Pati­entin sich kurz nach ihrer Vorstellung im Orthopädischen Krankenhaus Gersthof bei einem Sturz eine proxi­male Tibiafraktur zuzog, wurde der geplante Eingriff für den Buchsen­wechsel bereits im Januar 2017 durchgeführt.
Intraoperativ fand sich eine intakte Buchse, die wie das dazugehörige Inlay auch nach 26 Jahren Standzeit kaum Gebrauchsspuren aufwies. Das diag­nostizierte Beugedefizit rechts, das nach Angaben der Patientin schon seit vielen Jahren bestand, war deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mechanisch bedingt.

Im weiteren Verlauf des Eingriffs wurde die alte, intakte Buchse lege artis ent­fernt und durch eine neue Buchse ersetzt. Die bei dem Sturz entstandenen Knochendefekte an der Tibia wurden mit Knochen aus einer Knochenbank gefüllt. Die Patellasehne wurde mit einer Schraube fixiert und durch zwei Knochenanker in der proximalen Tibia stabilisiert.

Da die Tibia bei der Sonderanfertigung von 1991 zusätzlich durch zwei Schrau­ben fixiert worden war, deren Köpfe nicht in der Tibiaplatte versenkt waren, konnte man das von LINK gelieferte neue Inlay zunächst nicht implantieren. Da die beiden Schrauben für die Stabi­lität der Tibia keine Funktion mehr hatten, wurden sie entfernt. Dadurch entstand eine glatte Tibiaoberfläche, um das Inlay zu implantieren. Die in situ liegende Endo-Modell®-M Knie-endoprothese war ansonsten stabil.

»Mir geht es heute wieder gut, nach dem Eingriff und der Heilung meines Schienbeinbruchs bin ich wieder voll­ständig mobil«, sagt die Patientin Manuela Voack. »Ich bin froh, dass LINK mir geholfen und alles so perfekt geklappt hat!«

Quelle: directLINK 01/2018
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