Gelenkersatz bewegt

Patientengeschichte Manfred Peters: Im Alter aktiv mit zwei künstlichen Hüftgelenken

Jede Woche, fährt Manfred Peters mit Freunden Fahrrad, auch im Winter. Einmal im Jahr unternimmt er eine Radtour über mehrere hundert Kilometer. Er geht regelmäßig segeln. Und auch seinen mehr als 1.100 Quadratmeter großen Garten pflegt er bis heute selbst – inzwischen mit 78 Jahren und zwei künstlichen Hüftgelenken.

2010 spürt Manfred Peters das erste Mal Schmerzen in der linken Hüfte. Er zögert nicht lange und sucht seine Hausärztin auf. Diese empfiehlt ihm zunächst Physiotherapie. Er erinnert sich: „Sie meinte damals zu mir: Man muss nicht immer gleich operieren.“ Er hält sich an den Rat und hofft, dass die Beschwerden besser werden.

Doch das tun sie nicht. „Schon 2003 hatten wir mit vier Freunden eine kleine Gruppe gegründet, mit denen ich Fahrradtouren mache. Das ist mir damals, als die Schmerzen anfingen, sehr entgegengekommen. Denn Laufen wurde immer schwieriger.“ Die Gruppe fährt einmal die Woche, bis zu 70 Kilometer legen sie in der Regel zurück. Jedes Jahr geht es zudem auf große Radtour, sie erkunden Radwege in Schleswig-Holstein oder fahren entlang von deutschen Flüssen, im Altmühltal, an der Mosel, Elbe, Weser, Eider und am Nord-Ostsee-Kanal.

Manfred Peters erzählt weiter: „2012 haben meine Frau und ich eine Spanienrundfahrt mit dem Bus gemacht und sind durch all diese schönen Städte gekommen, Valencia, Granada und so weiter. Bei geführten Programmen sind wir viel gelaufen, um uns Städte und Sehenswürdigkeiten anzusehen, was ich alles mitgemacht habe. Aber wenn ich dann mal sitzen konnte, war das auch gut. Denn Laufen und Stehen fiel mir zunehmend schwer.“

Ein Jahr später sind wir dann durch Sizilien, erneut eine geführte Busreise. Die Erlebnisse sind traumhaft, Manfred Peters schwärmt bis heute auch von dieser Reise. Doch der Genuss wird überlagert von zunehmenden Schmerzen: „Auf dieser Reise dachte ich: Vielleicht muss ich jetzt doch mal was machen lassen.“

2015 fährt Manfred Peters noch einmal eine einwöchige Radtour entlang der Lahn, wieder mit vielen Ortsbesichtigungen. „Eine tolle Gegend“, meint er. „Aber für mich war es am Ende nur noch eine Quälerei.“

Operationen an beiden Hüften

Anfang 2016 lässt er sich in der orthopädischen Abteilung des Lubinus Clinicums in Kiel untersuchen. Er erzählt: „Ich war bei Dr. Löwe. Als er die Röntgenbilder von meiner Hüfte sah, meinte er: Für die linke Hüfte gibt es auf einer Skala von 1 bis 4 eine glatte 5. Und die rechte ist auch nicht mehr weit davon entfernt.“

Manfred Peters leidet an klassischer Arthrose. Schmerzen in der Hüfte sind das wesentliche Symptom. Über die Jahre werden sie in der Regel immer schlimmer und sind am Ende oft kaum noch zu ertragen. Dabei verschleißt der Knorpel am Hüftkopf oder an der Hüftpfanne zunehmend. Normalerweise sorgt dieser Knorpel dafür, dass keine direkte Reibung zwischen den Hüftknochen entsteht. Fehlt er, kommt es zu heftigen Schmerzen. Die Hüft- oder Coxarthrose ist eine typische Alterserkrankung, Patienten sind zum Zeitpunkt der Operation im Durchschnitt fast 70 Jahre alt.

Wie Manfred Peters. Dr. Löwe überlässt ihm die letztliche Entscheidung, ob er operiert werden möchte und wann. „Da habe ich gesagt: Na, raten Sie mal, warum ich vor Ihnen sitze.“

Im April 2016 wird ihm links ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt. Zehn Tage bleibt Manfred Peters im Krankenhaus. Anschließend macht eine mehrwöchige Reha. Allerdings: Anders als die meisten Patienten entscheidet er sich gegen einen stationären Aufenthalt in einer Einrichtung, sondern macht die Reha ambulant bei Lubinus-Aktiv. Täglich fährt er die 30 Kilometer hin und zurück. „Ich hatte keine Lust, mich irgendwo einquartieren zu lassen“, begründet er die Entscheidung. „Und meine Frau hätte mich dann auch nicht besuchen können, sie fährt nicht gerne so weit mit dem Auto.“

In der Reha macht er rasch Fortschritte und fühlt sich am Ende wieder fit. Dank des neuen Hüftgelenks hat er keine Schmerzen mehr und kann sich wieder ohne Einschränkungen bewegen. „In der Reha macht man so einen Test, bei dem man eine Treppe rauf und runter gehen muss. Am ersten Tag habe ich für die Treppe 72 Sekunden gebraucht, am letzten Tag waren es 19 Sekunden“, berichtet er und lacht. „Die Ärztin meinte, ich solle keinen Abflug machen!“

Zurück in ein aktives Leben

Nach sechs Wochen Reha kann er seine Hobbies langsam wieder aufnehmen. Er erinnert sich: „In diesem Jahr war ich dran, unsere einwöchige Radtour in Mecklenburg zu organisieren. Und das hab ich gemacht.“ Auf der Tour fährt die Gruppe jeden Tag knapp 60 Kilometer, insgesamt 300 Kilometer in fünf Tagen. „Das hat wunderbar geklappt – und die Aussicht war auch wieder schön.“

Zwei Jahre später – nach einer Zypern-Reise – entschließt er sich, auch die rechte Hüfte operieren zu lassen. Die Operation findet im Januar 2018 statt. Es folgen wieder Tage im Krankenhaus und eine ambulante Reha. Sein Fazit: „Ich bin sehr froh, dass der Stand der Medizin heute so weit ist. Im Grunde leidet man ja nicht, nicht mal bei der Operation. Was mich am meisten gestört hat, war, dass ich die zehn Tage im Krankenhaus auf dem Rücken schlafen musste.“ Er lacht, wenn er das sagt.

Sein Tipp für andere Patienten: „Die Operation nicht zu lange rausschieben.“ Und: „In Bewegung bleiben.“ Neben dem Fahrradfahren kümmert sich Manfred Peters bis heute um seinen Garten. „Wir haben ja ein Grundstück mit 1.100 Quadratmetern“, erzählt er. „Das mache ich bis heute nahezu alles selbst. Rasenmähen, zum Beispiel. Nur für die schweren Sachen, wie vertikutieren und Bäume fällen, da hole ich mir natürlich Hilfe.“

Durch die viele Bewegung ist er für sein Alter sehr fit. „Auch nach der Reha habe ich weiter Physiotherapie gemacht, ein- bis zweimal die Woche. Es hat mir, glaube ich, sehr geholfen, dass ich da konsequent dran geblieben bin.“ Inzwischen freut er sich auch wieder auf die Städtebesichtigungen während den Urlaubsreisen: „Schmerzen sind jetzt kein Thema mehr. Mein besonderer Dank gilt Dr. Löwe und dem Lubinus-Team.“
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