Inkontinenz

Operative Therapieformen

Unterspritzung der Harnröhre mit Bulking Agents


  • Zulassung seit: 1991
  • Patienten versorgt: > 50.000
  • Erstattung: Ja, stationär über alle Krankenkassen
  • Bei folgenden Erkrankungen: Belastungsinkontinenz aufgrund von intrinsischer Sphinkterinsuffizienz (Schließmuskelinsuffizienz)
Bei der Unterspritzung der Harnröhre mit Bulking Agents handelt es sich um eine minimal invasive Behandlungsmethode von weiblicher und männlicher Belastungsinkontinenz.

Für wen ist die Therapie geeignet?
Was sind Bulking Agents?
Wie läuft die Prozedur ab?

Für wen ist die Therapie geeignet?

Die Unterspritzung der Harnröhre mit Füllstoffen eignet sich für alle Patientinnen und Patienten mit einer Belastungsinkontinenz aufgrund von Schließmuskelinsuffizienz. Sie kommt vor allem in Frage wenn der Patient nicht für eine Schlingenoperation geeignet ist oder diese ablehnt, oder aber wenn die Schlingenoperation nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat.

Was sind Bulking Agents?

Bulking Agents
So genannte 'Bulking Agents' oder auch Füllstoffe werden in die Harnröhrenwand gespritzt. Das Injektionsverfahren wird in der Regel unter Vollnarkose und unter stationären Bedingungen durchgeführt. Der Füllstoff wird um die Harnröhre herum injiziert, um den Schließmechanismus zu verbessern. Dadurch kann der Schließmuskel effektiver arbeiten und der ungewollte Abgang von Urin wird verhindert.

Wie läuft die Prozedur ab?

Bei der Prozedur wird unter Sicht (über ein Zystoskop) mithilfe eines Injektionssystems an drei Stellen um die Harnröhre herum der Füllstoff in kleinen Mengen injiziert. Im Anschluss wird die Blase mit Wasser oder Kochsalz gefüllt um zu prüfen, ob der Schließmuskel wieder effektiv arbeitet. Nach Entfernung des Zystoskops ist die Behandlung abgeschlossen und der Patient kann nach Rücksprache mit dem Arzt sehr zügig entlassen werden.

Bulking Agents verschaffen eine sofortige und Langzeitlinderung der Symptome und bewirken eine bedeutsame Verbesserung der Lebensqualität.
  • Weitere operative Therapiemöglichkeiten bei Harninkontinenz bei Frauen

  • Künstlicher Blasenschließmuskel

    Um Patientinnen, die an mittlerer bis schwerer Inkontinenz leiden, ein Stück ihrer Lebensqualität und Lebensfreude zurückzugeben, vertrauen viele Ärzte auf den künstlichen Blasenschließmuskel. Dieser wird seit mehr als 40 Jahren gegen weibliche Inkontinenz eingesetzt. Weiterlesen

  • Bänder gegen Belastungsinkontinenz

    Durch verschiedene Einflüsse können sich Fasern und Bänder der Beckenbodenmuskulatur überdehnen oder an einigen Stellen sogar reißen. In vielen Fällen löst die Einlage eines Suspensionsbandes das Problem. Weiterlesen

  • Injektion von Botox® in die Blasenwand

    Das Nervengift Botulinumtoxin kann bei Patienten eingesetzt werden, die an einer überaktiven Blase mit oder ohne Inkontinenz leiden und nicht ausreichend auf konservative Therapien ansprechen oder dadurch zu viele Nebenwirkungen erfahren. Weiterlesen

  • Der Blasenschrittmacher (Sakrale Neuromodulation)

    Ein Blasenschrittmacher ist ein Implantat ähnlich einem Herzschrittmacher und moduliert die Fehlinformationen, die das Gehirn an die Blase sendet, durch sanfte elektrische Impulse, die an die Sakralnerven abgegeben werden. Weiterlesen

  • Beckenbodennetz

    Akute starke Belastungen können zur Überlastung des Beckenbodens und damit zu einer Senkung führen. Durch die Implantation von Beckenbodennetzen aus Kunststoff gelingt es, eine Senkung zu beseitigen und gleichzeitig das Gewebe zu stabilisieren. Weiterlesen

  • Weitere Artikel zum Thema
  • Hilfsmittel: BVMed bremst Enthusiasmus zum GKV-Mehrkostenbericht

    Der BVMed hat den Hilfsmittel-Mehrkostenbericht des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bemängelt, der am 2. Juli 2019 veröffentlicht wurde. Der MedTech-Verband, der auch Hilfsmittel- und Homecare-Leistungserbringer vertritt, verweist auf die unvollständige Datenbasis des Berichts und sieht Schwächen in der Methodik sowie in der Datenanalyse. Das Ergebnis des Mehrkostenberichts weiche somit von der Versorgungsrealität ab. Klarheit über die Aussagekraft bestehe erst, wenn Methodik und Datenqualität optimiert werden. Weiterlesen

  • BVMed zur Welt-Kontinenz-Woche: „Qualitative und individuelle Versorgung der Betroffenen ist von großer Bedeutung“

    Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) verweist zur Welt-Kontinenz-Woche (World Continence Week) vom 17. bis 23. Juni 2019 auf die große Bedeutung einer qualitativen und individuellen Versorgung von Inkontinenz- und Stoma-Patienten hin. „Moderne Inkontinenz- und Stoma-Produkte sind für die Lebensqualität der betroffenen Menschen von enormer Bedeutung. Geschulte Versorgungsspezialisten der Homecare-Unternehmen unterstützen dabei bei der Auswahl des richtigen Produkts, beraten, weisen ein und stehen bei Komplikationen zur Verfügung“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Trotz gesetzlicher Anpassungen sieht der BVMed die Versorgungsqualität durch die dramatischen Absenkungen des Vergütungs- und Qualitätsniveaus in Folge der Ausschreibungen durch Krankenkassen weiterhin gefährdet. Weiterlesen

  • Inkontinenz-Versorgung: Vertragspreise bleiben Problem

    Der BVMed-Fachbereich "Aufsaugende Inkontinenzhilfen" (FBI-H) kritisiert, dass trotz der Hilfsmittelreform (HHVG) die Vertragsgestaltung insbesondere im Bereich der aufsaugenden Inkontinenz-Versorgung ein großes Problem für die Versicherten bleibt. Im jüngsten Fall geht es um das Vorgehen der DAK, die quasi "einen Ausschreibungsvertrag durch die Hintertür" geschlossen hat, so die Experten des FBI-H. Der Fachbereich zeigt in einem Positionspapier die Notwendigkeit für ein bundesweit einheitliches und kassenübergreifendes Festpauschal-System auf, das die Grundversorgung von Patienten mit aufsaugenden Inkontinenzhilfen in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sicherstellt. Weiterlesen


©1999 - 2019 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik