Hilfsmittel

Pflegefälle: Rund drei Viertel aller Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel werden dabei von den Pflegekassen monatlich bis zu einem Betrag von 40 Euro bezahlt und sind zuzahlungsfrei

Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts sind in Deutschland rund 3,5 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes. Davon werden mittlerweile etwa 75 Prozent zu Hause gepflegt. Die meisten Pflegebedürftigen benötigen Pflege- und Hilfsmittel zur Erleichterung ihres Alltags. Für jeden Pflegebedürftigen mit einem Pflegegrad, der zu Hause von Angehörigen betreut wird, besteht deshalb ein rechtlicher Anspruch auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel im Wert von bis zu 40 Euro pro Monat.

Rund 1,8 Millionen Pflegebedürftige werden in der Regel allein durch Angehörige gepflegt, weitere 0,8 Millionen zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste in Privathaushalten versorgt, so die Zahlen des Statistischen Bundesamts. Ergebnisse des Barmer Pflegereports 2018 zeigen, dass die Angehörigenpflege dabei körperlich, psychisch und auch finanziell extrem belastend ist: Fast 40 Prozent der Betroffenen leiden an Schlafmangel, 30 Prozent fühlen sich in ihrer Rolle als Pflegende gefangen, und jedem Fünften ist die Pflege zu anstrengend.

Hilfsmittel erleichtern die Pflegetätigkeit

Versicherte der gesetzlichen Pflegeversicherung haben Anspruch auf die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, die zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihm eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen. Technische Pflegehilfsmittel wie etwa Pflegebetten und spezielle Waschsysteme werden dabei in der Regel – unter Beachtung einiger Zuzahlungsregelungen – in voller Höhe erstattet. Darüber hinaus gibt es „zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel“, die für die Angehörigen die Sicherheit gewährleisten und die tägliche Pflegetätigkeit erleichtern sollen. Zu diesen Pflegehilfsmitteln gehören beispielsweise Desinfektionsmittel für Hände und Flächen, Schutzbekleidung, Einmalhandschuhe, Mundschutz, Schutzschürzen, Fingerlinge und Bettschutzeinlagen. Diese Pflegehilfsmittel können in der Apotheke, im Sanitätsgeschäft oder online gekauft werden. Die Kosten übernimmt die Pflegekasse bis zu einem Betrag von 40 Euro monatlich. Hierfür wird kein Rezept benötigt, es genügt ein Antrag bei der Pflegekasse. Einige Hersteller bieten speziell zusammengestellte Pflegehilfsmittel-Boxen an und übernehmen auch die Beantragung bei der Pflegekasse.

Quelle: Pressemeldung von Aktion Meditech vom 6. Juni 2019
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Kliniken, Pflege und Gewerkschaft ziehen an einem Strang

    Der Deutsche Pflegerat (DPR), die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) haben Eckpunkte für die gemeinsame Entwicklung eines Instrumentes zur verbindlichen Bemessung des notwendigen Pflegepersonalbedarfs und der Pflegepersonalausstattung in den Kliniken vorgelegt. Ziel ist es, dauerhaft ein Instrument zur Bemessung des notwendigen Pflegepersonalbedarfs in Krankenhäusern zu entwickeln, das unterschiedliche Patientengruppen und Leistungsfelder berücksichtigt. Es soll sich an den Standards der qualitativ hochwertigen Patientenversorgung orientieren und hohe Patientensicherheit gewährleisten. Weiterlesen

  • Die MEDCARE bietet vom 18. bis 19. September 2019 in Leipzig praxisnahe und zertifizierte Fortbildung sowie einen intensiven interdisziplinären Austausch. Themen sind Pflegemanagement, Homecare sowie die klinische und außerklinische Behandlungspflege. Weiterlesen

  • Europäischer Stomakongress ECET in Rom: "Maßstäbe für eine qualitative Versorgung von Stomapatienten definieren"

    Stoma-Versorgungsexperten aus ganz Europa wollen künftig gemeinsam "Maßstäbe für eine qualitative Versorgung von Stomapatienten" definieren. Dazu soll ein europaweiter, interdisziplinärer Austausch zwischen allen an der Versorgung Beteiligten wie Stomaversorgern, Selbsthilfegruppen sowie Fachmedizinern wie Darmkrebsärzten initiiert werden. Das ist ein Ergebnis einer Podiumsdiskussion auf dem europäischen Stoma-Kongress ECET in Rom unter Beteiligung des Bundesverbandes Medizintechnologie, BVMed. "Wir müssen vor allem das Bewusstsein dafür stärken, welchen Mehrwert Hilfsmittel- und Homecare-Unternehmen und die richtige Versorgung für den Patienten, die Versorgungspartner und das Gesundheitssystem in der Stomaversorgung erbringen", sagte BVMed-Expertin Juliane Pohl, Leiterin des BVMed-Referats Homecare, auf dem europäischen Kongress. Weiterlesen


©1999 - 2019 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik