Inkontinenzprodukte - saugend

Qualitätsanforderungen

Inkontinenzprodukte sollen dem Betroffenen maximale Sicherheit, Trockenheit und Schutz vor Gerüchen bieten und dabei angenehm und diskret zu tragen sein. Wichtig ist auch eine gute Hautverträglichkeit, durch die Folgekrankheiten vermieden werden können.

Ausschlaggebend für die Bewertung eines Inkontinenzprodukts laut Hilfsmittelverzeichnis sind folgende Faktoren:
  • Aufnahmevermögen: Wie viel Flüssigkeit kann insgesamt aufgenommen werden?
  • Aufsauggeschwindigkeit: Wie schnell wird die Flüssigkeit aufgenommen?
  • Rücknässung: Wie trocken ist das Produkt nach der Einnässung?

Diese Kriterien prüft der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbands (MDS) vor der Aufnahme ins Hilfsmittelverzeichnis. Allerdings stammen die Soll-Werte aus den frühen 1990er Jahren und sind seit 1993 unverändert. Damit ignorieren sie eine über zwanzigjährige Weiterentwicklung, die zu Inkontinenzprodukten mit deutlich höherer Saugleistung, mehr Hautschutz und besserem Auslaufschutz geführt hat.

Durch die seit 1993 unveränderten Qualitätskriterien werden veraltete Produkte, die gerade noch die Kriterien im Hilfsmittelverzeichnis erfüllen, mit Produkten, deren Qualität und Leistungen dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechen, gleichgestellt.

Testmethoden

Vergleichende Testmethoden für Inkontinenzprodukte

Drei Prüfverfahren haben sich etabliert, die jedoch keine bis wenig Praxisrelevanz haben, weil sie die Realität der Inkontinenz oft nicht einmal in Ansätzen abbilden.

Alle drei Testmethoden ignorieren weitgehend das natürliche Inkontinenzgeschehen.

Der Lebenswirklichkeit am nächsten kommt der sogenannte Adult Mannequin Test . Absorption before Leakage (ABL).

Beim ABL-Test wird das Inkontinenzprodukt an einen anatomisch geformten Torso angelegt. Gemessen wird die Aufnahmefähigkeit, bis das Produkt zu lecken beginnt. Die Methode ist für Produkte von mittlerer bis hoher Aufnahmekapazität validiert, also nicht für Produkte der leichten Inkontinenzversorgung.

Eine Herausforderung besteht aktuell durch den Aufwand bei den Messungen. Außerdem werden mit diesem Verfahren anders als bei dem zurzeit verwendeten MDS-Test . Rücknässung und Aufsauggeschwindigkeit nicht eruiert. Beides wird auch in Zukunft weiterhin über das MDS-Verfahren gemessen.
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