Inkontinenzprodukte - saugend

Inkontinenzhilfsmittel: Produktsysteme und Aufbau

Um den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden, haben die Hersteller die Inkontinenzhilfsmittel zum einen permanent weiterentwickelt, zum anderen bieten sie unterschiedlichste Produktarten an. Im Wesentlichen lassen sich folgende Produktsysteme unterscheiden:
  • Anatomisch geformte Einlagen, die in die Unterwäsche eingelegt werden.
  • Anatomisch geformte Vorlagen, die durch Netzhosen fixiert werden: diese werden wie eine Unterhose über die Vorlagen gezogen.
  • Inkontinenzslips, bei denen Vorder- und Hinterseite in der Regel durch wiederverschließbare Haft- oder Klettstreifen miteinander verbunden werden.
  • Inkontinenzhosen, die die Ausscheidungen aufnehmen und quasi als Einmal-Unterwäsche getragen werden.

Die einzelnen Produkte sind für unterschiedliche Körpergrößen und Saugstärken verfügbar.

Aufbau von Inkontinenzhilfsmitteln

Alle Inkontinenzhilfsmittel sind im Prinzip ähnlich aufgebaut: Sie besitzen eine flüssigkeitsundurchlässige Außenschicht aus Polyethylenfolie, die wiederum eine Saugmatte umhüllt. Diese aus langfaseriger Zellulose bestehende Saugmatte hat die Aufgabe, die Flüssigkeit rasch an den Saugkern weiterzuleiten.

Der Saugkern ist das zentrale Element des Hilfsmittels und besteht aus einem Gemisch aus Zellstoff sowie einem speziellen Flüssigkeitsbinder, dem Superabsorber. Er kann das Fünfzigfache seines eigenen Volumens an Flüssigkeit binden und gibt sie auch bei Druck nicht wieder ab. Bei Inkontinenzslips oder -hosen verhindern elastische Bündchen an Bein- und Hüftabschluss das Auslaufen des Produkts.

Der Superabsorber hat darüber hinaus die Eigenschaft, den Zerfall des Harnstoffs zu stoppen, der durch Bakterien in Ammoniak und Kohlenstoffdioxid zerlegt wird. Damit wird zum einen die Geruchsbildung unterdrückt, zum anderen der Säureschutzmantel der Haut geschützt, wodurch Hautirritationen oder -erkrankungen verhindert werden können.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • BVMed-Hilfsmittelforum auf der Rehacare am 19. September 2019 in Düsseldorf

    Wie sieht die Versorgungsqualität im Hilfsmittelbereich heute wirklich aus? Und welche Bedeutung haben die Neuregelungen für die Versicherten? Diese Fragen diskutieren Kostenträger, Patientenvertreter und Leistungserbringer beim BVMed-Hilfsmittelforum auf der Messe Rehacare International am 19. September 2019 in Düsseldorf. Weiterlesen

  • Hilfsmittel: BVMed bremst Enthusiasmus zum GKV-Mehrkostenbericht

    Der BVMed hat den Hilfsmittel-Mehrkostenbericht des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bemängelt, der am 2. Juli 2019 veröffentlicht wurde. Der MedTech-Verband, der auch Hilfsmittel- und Homecare-Leistungserbringer vertritt, verweist auf die unvollständige Datenbasis des Berichts und sieht Schwächen in der Methodik sowie in der Datenanalyse. Das Ergebnis des Mehrkostenberichts weiche somit von der Versorgungsrealität ab. Klarheit über die Aussagekraft bestehe erst, wenn Methodik und Datenqualität optimiert werden. Weiterlesen

  • BVMed zur Welt-Kontinenz-Woche: „Qualitative und individuelle Versorgung der Betroffenen ist von großer Bedeutung“

    Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) verweist zur Welt-Kontinenz-Woche (World Continence Week) vom 17. bis 23. Juni 2019 auf die große Bedeutung einer qualitativen und individuellen Versorgung von Inkontinenz- und Stoma-Patienten hin. „Moderne Inkontinenz- und Stoma-Produkte sind für die Lebensqualität der betroffenen Menschen von enormer Bedeutung. Geschulte Versorgungsspezialisten der Homecare-Unternehmen unterstützen dabei bei der Auswahl des richtigen Produkts, beraten, weisen ein und stehen bei Komplikationen zur Verfügung“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Trotz gesetzlicher Anpassungen sieht der BVMed die Versorgungsqualität durch die dramatischen Absenkungen des Vergütungs- und Qualitätsniveaus in Folge der Ausschreibungen durch Krankenkassen weiterhin gefährdet. Weiterlesen


©1999 - 2019 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik