Inkontinenzprodukte - saugend

Inkontinenzhilfsmittel: Produktsysteme und Aufbau

Um den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden, haben die Hersteller die Inkontinenzhilfsmittel zum einen permanent weiterentwickelt, zum anderen bieten sie unterschiedlichste Produktarten an. Im Wesentlichen lassen sich folgende Produktsysteme unterscheiden:
  • Anatomisch geformte Einlagen, die in die Unterwäsche eingelegt werden.
  • Anatomisch geformte Vorlagen, die durch Netzhosen fixiert werden: diese werden wie eine Unterhose über die Vorlagen gezogen.
  • Inkontinenzslips, bei denen Vorder- und Hinterseite in der Regel durch wiederverschließbare Haft- oder Klettstreifen miteinander verbunden werden.
  • Inkontinenzhosen, die die Ausscheidungen aufnehmen und quasi als Einmal-Unterwäsche getragen werden.

Die einzelnen Produkte sind für unterschiedliche Körpergrößen und Saugstärken verfügbar.

Aufbau von Inkontinenzhilfsmitteln

Alle Inkontinenzhilfsmittel sind im Prinzip ähnlich aufgebaut: Sie besitzen eine flüssigkeitsundurchlässige Außenschicht aus Polyethylenfolie, die wiederum eine Saugmatte umhüllt. Diese aus langfaseriger Zellulose bestehende Saugmatte hat die Aufgabe, die Flüssigkeit rasch an den Saugkern weiterzuleiten.

Der Saugkern ist das zentrale Element des Hilfsmittels und besteht aus einem Gemisch aus Zellstoff sowie einem speziellen Flüssigkeitsbinder, dem Superabsorber. Er kann das Fünfzigfache seines eigenen Volumens an Flüssigkeit binden und gibt sie auch bei Druck nicht wieder ab. Bei Inkontinenzslips oder -hosen verhindern elastische Bündchen an Bein- und Hüftabschluss das Auslaufen des Produkts.

Der Superabsorber hat darüber hinaus die Eigenschaft, den Zerfall des Harnstoffs zu stoppen, der durch Bakterien in Ammoniak und Kohlenstoffdioxid zerlegt wird. Damit wird zum einen die Geruchsbildung unterdrückt, zum anderen der Säureschutzmantel der Haut geschützt, wodurch Hautirritationen oder -erkrankungen verhindert werden können.
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