Landespolitik

Alte und Neue Regierung in Hamburg – Rot-Grün will die Gesundheitsmetropole des Nordens weiter stärken

„Hamburg ist die Gesundheitsmetropole des Nordens. Die gute Versorgung wird weiter ausgebaut“. Dazu verpflichten sich die alten und neuen Koalitionäre nach der Wahl im Februar und den langen Corona-bedingten Verhandlungen in der Hansestadt. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Versprechens ist Stabilisierung der Krankenhausinvestitionen sowie eine Modernisierung des Krankenhauswesens. Doch die Regierung unter Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sieht auch weitere Schwerpunkte zur Verbesserung des Hamburger Gesundheitswesens: Von der Pflege über die ambulante Versorgung bis zur Sicherung von medizinischen Fachkräften; der Hamburger Senat hat sich vieles vorgenommen. Insgesamt soll die gesundheitliche Versorgung stärker in sozialpolitischen Fragestellungen Anklang finden.

Eine tragende Rolle wird dabei der neuen Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) zukommen. Neben ihrer Funktion als Sozialsenatorin übernimmt sie nun auch das Gesundheitsressort von Cornelia Prüfer-Storcks (SPD), welche von der Politik Abschied nimmt. Die seit 2018 Vorsitzende der SPD-Hamburg sieht viele Schnittstellen zwischen Gesundheit und Sozialem, beispielsweise was die ärztliche Verteilung in den Stadtteilen, die Gesundheitsförderung oder Pflegehilfen betrifft.

Dieser Vernetzungsansatz ist auch von zunehmender Bedeutung bei der Weiterentwicklung von evidenzbasierten Versorgungskonzepten. Der anhaltende Austausch zwischen Wissenschaft, Industrie, Leistungserbringern und Patienten ist elementar für den medizinischen Fortschritt. Dabei spielt zum einen der Transfer von Theorie in die Praxis eine wichtige Rolle, und zum anderen eine kontinuierliche Evaluierung und Rückkoppelung der Versorgungsrealität durch die Anwender und Patienten. Unter dem Gesichtspunkt bietet die Zusammenlegung der Gesundheits- und Sozialressorts unter der Leitung von Frau Leonhard viele Chancen, das Gesundheitswesen in Hamburg zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.

Gleichzeitig gibt es an dieser Neustrukturierung auch Kritik seitens einiger Akteure in der Gesundheitspolitik. Insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie forderten der Kassenverband und die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg, dem Thema Gesundheit weiterhin einen hohen Stellenwert einzuräumen. Gesundheit dürfe nicht das „fünfte Rad am Sozialwagen werden“, so Walter Plassmann, Vorsitzender der KV Hamburg.

Die Unternehmen der Medizintechnologie-Branche können einen wichtigen Beitrag leisten, um die gesundheits- und sozialpolitischen Ziele in Hamburg zu unterstützen. Durch fortschrittliche Technologien wird Personal in den Krankenhäusern und der ambulanten Pflege entlastet, sie steigern die Attraktivität in den Gesundheitsberufen, die Firmen bilden aus und binden hochqualifizierte Fachkräfte. Durch die Förderung und Kooperation mit den Medizinprodukteherstellern kann der Hamburger Senat ein patientenorientiertes Gesundheitswesen weiter vorantreiben.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • BMG legt Entwurf für Krankenhauszukunftsgesetz vor

    Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat am 6. August 2020 einen Gesetzentwurf für ein "Zukunftsprogramm Krankenhäuser" (Krankenhauszukunftsgesetz – KHZG) vorgelegt. Für das Programm werden aus dem Bundeshaushalt drei Milliarden Euro für eine modernere und bessere Ausstattung der Krankenhäuser zur Verfügung gestellt. Hierzu zählen sowohl moderne Notfallkapazitäten als auch eine bessere digitale Infrastruktur der Krankenhäuser zur besseren internen und auch sektorenübergreifenden Versorgung, Ablauforganisation, Kommunikation, Telemedizin, Robotik, Hightech-Medizin und Dokumentation. Der BVMed sieht an dem Gesetzentwurf dennoch erheblichen inhaltlichen und finanziellen Nachbesserungsbedarf und wird entsprechend Stellung beziehen. Weiterlesen

  • Studie zu Kliniken: Ambulantisierungspotenzial von bis zu 6 Milliarden Euro

    In deutschen Kliniken könnte im Zuge der Ambulantisierung ein Erlösvolumen von bis zu 6 Milliarden Euro im stationären Bereich wegfallen. Dieses Volumen würde erreicht, wenn alle potenziell ambulanten Fälle nicht mehr im stationären Bereich erbracht würden, wie eine Analyse des Strategieberatungs-Unternehmens Mediqon zeigt, berichtet Bibliomed. Klinikmanager sollten deshalb bereits jetzt das ambulante Potenzial ihrer Klinik analysieren und sich auf die Veränderungen vorbereiten. Weiterlesen

  • Diskussion um DRG-Fallpauschalen zur Abrechnung in den Krankenhäusern

    In die Diskussion zu den DRG-Fallpauschalen zur Abrechnung von Leistungen und Produkten in deutschen Krankenhäusern kommt Bewegung. Nachdem Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) am 28. Juli 2020 eine entsprechende Bundesratsinitiative mit Bezug auf die Kinder- und Jugendmedizin auf den Weg gebracht hatte, meldete sich nun auch die brandenburgische Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) zu Wort. Es müsse auf Bundesebene über eine grundlegende Reform der Krankenhausfinanzierung debattiert werden. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik