Landespolitik

Hauptstadt-Lunch mit Bund und Ländern – “Medizintechnologie hautnah erleben“

Beim zweiten Hauptstadt-Lunch am 23. Januar 2020 in der Landesvertretung Hessen lud die Initiative „Fortschritt erLeben – Patientenversorgung vor Ort“ wieder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den verschiedenen Vertretungen der Bundesländer und aus den Bundestagsbüros zu einem gemeinsamen Austausch ein. Zur Eröffnung der Veranstaltung verwies die Dienststellenleiterin der Landesvertretung, Dr. Bernadette Droste, auf den wirtschaftlichen Stellenwert der Medizintechnik in Hessen. Mit mehr als 700 Unternehmen, 20.000 Mitarbeitern und mit einem Umsatz von vier Milliarden Euro ist Hessen eine tragende Säule der deutschen MedTech-Branche. Im Zentrum der anschließenden Diskussion stand die Bedeutung von modernen Medizinprodukten für eine erstklassige Gesundheitsversorgung in Deutschland, aber auch die aktuellen Herausforderungen der Hersteller mit Blick auf die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR).

Nach der Begrüßung von Frau Dr. Droste bedankte sich der Geschäftsführer des Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), Dr. Marc-Pierre Möll, bei der Gastgeberin. Zugleich betonte er, dass Spitzenmedizin nur mit innovativer Medizintechnologie möglich ist. Modernste chirurgische Instrumente und minimal-invasive Behandlungsmethoden verbessern beispielsweise nicht nur die Ergebnisqualität von operativen Eingriffen, sondern minimieren auch die Liegezeiten der Patientinnen und Patienten.

Zugleich monierte Dr. Möll, dass in diesem Jahr weitreichende regulatorische Änderungen auf die Medizinproduktehersteller zukommen. Mit dem Geltungsbeginn der MDR am 26. Mai 2020 können die Unternehmen zwar ihre aktuellen CE-Zertifikate erneuern lassen, um von der dann beginnenden Übergangsphase profitieren zu können. Auf Grund der akuten Kapazitätsmängel bei den Benannten Stellen ist allerdings bereits heute absehbar, dass viele Bescheinigungen nicht rechtzeitig ausgestellt werden können. Eine automatische Übernahme in solchen Fällen wäre angebracht, um Versorgungslücken zu vermeiden. Darüber hinaus herrscht bei den Unternehmen aufgrund fehlender Rechtsakte große Untersicherheit mit Blick auf die Verwaltungsverfahren bei den Benannten Stellen.

Im Anschluss diskutierten die Gäste aus den Landesvertretungen bzw. Bundestagsbüros und die Vertreter der Initiative bei einem reichhaltigen hessischen Buffet angeregt weiter. Einigkeit bestand darüber, dass die Bundesländer mit MDR-Sofort-Hilfeprogramme die mittelständische MedTech-Branche bei der Umsetzung der MDR-Anforderungen besser unterstützen könnten. Mit Blick auf die Entwicklung der Medizintechnik in Deutschland insgesamt, könnten sich die Bundesländer ebenso für den Beginn eines umfänglichen MedTech-Strategieprozess einsetzen, um die Innovationskraft der Branche und die Standortbedingungen in Deutschland zu fördern.
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