Nachbericht

Politischer Austausch über das (digitale) Gesundheitssystem von morgen

Gesundheitsministerin Barbara Klepsch am B. Braun-Werk in Wilsdruff und mit Oliver Wehner MdB im Sächsischen Landtag

Gleich zwei politische Gespräche führte die Initiative "Fortschritt erLeben – Patientenversorgung vor Ort" am 24. Juni 2019 nach Sachsen. Gemeinsam mit Gesundheitsministerin Barbara Klepsch besuchten einige Mitglieder das im Herbst 2018 eröffnete Dialysatorenwerk von B. Braun Melsungen in Wilsdruff und hatten dabei die Gelegenheit, einen Blick hinter die Fertigung von Dialysatoren, des sogenannten Herzens der Dialyse, zu werfen. Am Nachmittag empfing Oliver Wehner, Abgeordneter des Sächsischen Landtags und gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, die Initiative in Dresden. Die Attraktivität des Standortes Sachsen für die medizintechnologische Gesundheitswirtschaft, die Vorreiterstellung des Freistaates in der Digitalisierung des Gesundheitswesens und die aktuellen Herausforderungen der MedTech-Branche spielten in beiden Gesprächen eine zentrale Rolle.

Für die Initiative nahmen Christian Clarus (Director Government Affairs, B. Braun Melsungen), Delia Strunz (Director Government Affairs & Policy Germany, Johnson & Johnson Medical), Dorothee Stamm (Government Affairs Manager, Medtronic), Dr. Marc-Pierre Möll (Geschäftsführer, BVMed) und Olaf Winkler (Leiter Referat Gesundheitssystem, BVMed) teil. Patric Karpowitz, Geschäftsführer von B. Braun Avitum Saxonia begleitete die Gruppe beim Rundgang.

Das Familienunternehmen B. Braun Melsungen entwickelt und fertigt an drei Werken im Großraum Dresden: Radeberg, Berggießhübel und seit 2018 auch im 16 km westlich von Dresden entfernten Wilsdruff. Das Produktionswerk für Dialysatoren besticht durch herausragende Modernität, sowohl in Technik als auch in Architektur des Neubaus. Dieser wurde bereits vom Bund Deutscher Architekten ausgezeichnet. Rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Produktion der Filtereinheiten, die für die Blutwäsche chronisch nierenerkrankter Patientinnen und Patienten genutzt werden und als „künstliche Niere“ fungieren.

Nach einem spannenden Blick hinter die Kulissen der Fertigung tauschten sich Gesundheitsministerin Klepsch und Gerit Sophie Heidel, Leiterin des Referat Telemedizin und gesundheitliche Prävention, mit den Vertretern der Initiative Fortschritt erLeben unter anderem über die Strategie „Sachsen Digital“ und die Förderung digitaler Anwendungen im Gesundheitswesen aus. Die Ministerin betonte, für eine flächendeckende medizinische Versorgung seien regionale Modelle digitaler Lösungen besonders wichtig. Städtische Regionen bräuchten andere Strukturen als ländliche Räume. Hier könne die MedTech-Branche mit innovativen und kooperativen Digitalisierungsangeboten einen wichtigen Beitrag leisten, die Versorgungsqualität zu verbessern, so die Vertreter der Initiative. Dafür müsse allerdings der Transfer von modernen und fortschrittlichen Lösungen in die Regelversorgung gefördert und Patientinnen und Patienten somit Zugang zu neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden ermöglicht werden.

Am Nachmittag empfing der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Oliver Wehner die Mitglieder der Initiative zum Austausch im Sächsischen Landtag in Dresden. Herr Wehner nahm sich Zeit, um über die gesundheitspolitischen Schwerpunkte der CDU-Landtagsfraktion zu sprechen, die ebenfalls ganz im Zeichen der Digitalisierung stehen: Die Adressierung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum durch die Ausweitung telemedizinischer Angebote sei beispielsweise eine Möglichkeit, um Herausforderungen im Bundesland Sachsen anzugehen.

Die Bestrebungen in Sachsen, die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben, zeigen eindrucksvoll, welche gewichtigen Möglichkeiten die Länder in der Gestaltung einer patientenorientierten Versorgung von morgen haben. Die Initiative wird daher den Austausch mit der Landespolitik über diese wichtigen Zukunftsthemen fortsetzen.
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