Sektorenübergreifende Versorgung

Hospitalisierungsraten dank personalisierter und proaktiver Versorgung senken

Mit fortschrittlichen, telemedizinischen Lösungen können Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz ihren Blutdruck von zu Hause aus direkt in der Pulmonalarterie messen. Der miniaturisierte, drahtlose Überwachungssensor wird in einem minimalinvasiven Eingriff in die Pulmonalarterie implantiert und ermöglicht Patienten anschließend die direkte Übermittlung der Messdaten an die behandelnden Ärzte.

Beitrag zu Anwenderorientierung in der Versorgung
Durch die direkte Datenübermittlung kann eine personalisierte und proaktive Versorgung gewährleistet werden. Eine stationäre Klinikeinweisung wird so weniger wahrscheinlich, die Hospitalisierungsraten werden gegenüber dem Behandlungsstandard (SOC) gesenkt. So verbessert die Medizintechnologie die Lebensqualität gemäß des Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire (KCCQ) merklich und trägt gleichzeitig zu einer niedrigeren Mortalitätsrate bei.

Herausforderungen durch regulatorische Hürden
Sowohl die Kosten der Medizintechnologie, als auch das Monitoring und Management der Herzinsuffizienzpatienten anhand des Sensors durch Ärzte oder ausgebildete Pflegekräfte werden nicht vollumfänglich durch die gesetzliche Krankenversicherung getragen. Damit Leistungserbringern kein finanzieller Verlust entsteht, wurde der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) um Prüfung der Finanzierung gebeten. Der G-BA hat infolgedessen die Durchführung einer Erprobungsstudie nach § 137e SGB V angestoßen. Die Dauer dieses Verfahrens wird auf acht bis neun Jahre geschätzt, so dass Patienten in der Regelversorgung bis 2023 keinen Zugang zu dieser telemedizinischen Lösung haben werden.

Reformansatz
Das Verfahren der Erprobungsstudie sollte umgestaltet werden, so dass die Gesamtverfahrensdauer drastisch reduziert wird. Methodenbewertungen gemäß §§ 137e und h SGB V sollten ab Antragseingang innerhalb einer Frist von eineinhalb bis zwei Jahren zur limitierten Erstattung führen, wenn für die neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode im Vergleich zur Vergleichstherapie ein Nutzen nachgewiesen werden kann. Parallel zu einer randomisierten klinischen Studie sollte die Methode gemäß § 137 e SGB V im Rahmen eines Registers Anwendung finden können. Durch eine Qualitätssicherungsvereinbarung könnten für klinische Studien und Register die gleichen Anforderungen an die Leistungserbringer definiert werden. Grundsätzlich sollte der Zugang zu vielversprechenden Innovationen erleichtert anstatt verzögert werden.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • DKG fordert Nachbesserungen beim Rettungsschirm für die Krankenhäuser

    Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) erwartet, dass die Bundesregierung umgehend zentrale Lehren aus der Pandemie zieht und gesetzliche Weichen stellt, um die Gesundheitsversorgung nachhaltig neu auszurichten. Dazu gehören zum einen kurzfristige Maßnahmen, um die Kliniken finanziell zu sichern und zugleich die Arbeitsbelastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu reduzieren. Zum anderen müssen aber auch langfristige Reformen angegangen werden. „Der Rettungsschirm für die Krankenhäuser muss in der Omikron-Welle noch einmal nachgebessert werden", forderte der DKG-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß. Weiterlesen

  • Ein Jahr Krankenhaus-Zukunftsfonds: Die BVMed-Akademie zieht am 24. März 2022 Bilanz

    Die KrankenhausZukunftsKonferenz (KhZK) der BVMed-Akademie blickt am 24. März 2022 unter dem Titel „Smarte Lösungen zur nachhaltigen Versorgung“ auf ein Jahr Krankenhaus-Zukunftsfonds zurück und beleuchtet digitale Lösungen mit nutzenstiftendem Potenzial. Referent:innen sind unter anderem Prof. Dr. Sylvia Thun vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung, Prof. Dr. Jochen A. Werner vom Universitätsklinikum Essen sowie Markus Holzbrecher-Morys von der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Weiterlesen

  • Mehr Wertschätzung für Homecare

    Gesundheitspolitiker:innen von SPD, CDU und FDP haben auf dem Homecare-Kongress der BVMed-Akademie die Bedeutung einer qualitativen und innovativen Hilfsmittel-Versorgung betont. Martina Stamm-Fibich (SPD) setzt sich dabei vor allem für mehr Transparenz im Vertragsgeschehen der Krankenkassen ein, um die Qualität in der Hilfsmittelversorgung zu erhöhen. Dietrich Monstadt (CDU) nannte Homecare einen entscheidenden Faktor in einer älter werdenden Gesellschaft, in der die Menschen möglichst lange in der Häuslichkeit verbleiben möchten. Wichtig sei eine bessere Koordinierung der komplexen Prozesse der Versorgung, so BVMed-Vorstand Frank Lucaßen von Fresenius Kabi. Homecare-Unternehmen könnten bei dieser Koordination eine wichtige Rolle spielen. Weiterlesen


©1999 - 2022 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik