Landespolitik

Hessen – Kai Klose wird neuer Sozial- und Gesundheitsminister

Nach der Landtagswahl am 28. Oktober 2018 und zweimonatigen Verhandlungen haben sich CDU und Bündnis 90/Die Grünen im Dezember auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Somit wird Volker Bouffier für weitere fünf Jahre Ministerpräsident einer schwarz-grünen Landesregierung bleiben. An der Spitze des Sozialministeriums wird sich jedoch ein Wechsel vollziehen. Den Mi-nisterposten übernimmt der hessische Grünen-Vorsitzende Kai Klose. Das Sozialministerium ist ihm aus seiner Zeit als Staatssekretär für Integration und Antidiskriminierung bereits gut bekannt. Klose tritt damit die Nachfolge von Stefan Grüttner (CDU) an, der die Gesundheitspolitik auf Landes- und Bundesebene über zwei Legislaturperioden hinweg geprägt hatte, zuletzt mit einer Reihe an Reformen und Initiativen in der Krankenhauslandschaft sowie im Bereich der Digitalisierung. Darüber hinaus koordinierte Grüttner die CDU-geführten Länder in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Sektorenübergreifende Versorgung“.

Die gesundheitspolitischen Schwerpunktthemen der letzten Jahre sollen laut Koalitionsvertrag mit einem „Gesundheitspaket 3.0“ in der kommenden Legislaturperiode weiter vorangetrieben werden. Ein wesentlicher Pfeiler unter dem scheidenden Minister Grüttner war die Strukturveränderung im stationären Sektor. Zu diesem Zweck hatte die schwarz-grüne Koalition bereits vor der Landtagswahl eine Novellierung des Krankenhausgesetzes beschlossen. Insbesondere die Förderung von Krankenhausverbünden steht im Fokus der Reform. Einerseits sollen damit Kosten eingespart, anderseits aber auch die Patientensicherheit verbessert werden. In der neuen Legislaturperiode soll der Strukturwandel durch die Aufstockung der finanziellen Mittel für Krankenhäuser begleitet werden.

Neben der Krankenhausreform ist der Ausbau der digitalen Infrastruktur in der Gesundheitswirtschaft ein weiteres relevantes Themenfeld. Mit der im Jahr 2017 gestarteten E-Health-Initiative will die Landesregierung in den kommenden Jahren die notwendigen Rahmenbedingungen für die Entwicklung und Umsetzung innovativer Versorgungsformen schaffen. Hierfür stellt das Land vor allem Mittel für den Breitbandausbau und Innovationsprojekte im Bereich Telemedizin bereit, denn diese sind eine entscheidende Voraussetzung für eine Ausweitung digitaler Gesundheitsangebote.

Darüber hinaus sieht die Landesregierung in der Gesundheitswirtschaft einen wichtigen Partner für die Qualitätsverbesserung in der Patientenversorgung. Mit der geplanten Fortführung der bundesweit einzigartigen „Initiative Gesundheitsindustrie Hessen“ setzt sich das Land weiterhin für eine bessere Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft im Gesundheitswesen ein. Des Weiteren engagiert sich Hessen im „Aktionsbündnis Patientensicherheit“ für die kontinuierliche Verbesserung und Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung.

Die MedTech-Branche ist hierbei von besonderer Bedeutung, denn sie ist ein Treiber von Prozess- und Systemverbesserungen sowie Anbieter von Lösungen für mehr Digitalisierung im Gesundheitsbereich. Beispielsweise leisten Behandlungsmethoden mit fortschrittlichen Medizinprodukten einen wertvollen Beitrag zur patientenorientierten Versorgung, indem sie die Anwendersicherheit erhöhen. Durch den Einsatz für innovative Medizinproduktehersteller kann die neue Hessische Landesregierung den Qualitätswettbewerb weiter vorantreiben und somit positive Impulse für die Versorgungssicherheit setzen.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Bettenausstattung und -auslastung in Krankenhäusern 2021 nahezu unverändert

    Angebot und Nachfrage von Leistungen der Krankenhäuser sind im zweiten Pandemiejahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert geblieben. Die Zahl der aufgestellten Betten insgesamt (483 532), darunter 27 394 Intensiv- und 7 494 Intermediate Care-Betten, entsprach nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) dem Vorjahresniveau. Hierbei handelt es sich um Jahresdurchschnittswerte. Die Abweichungen gegenüber 2020 betrugen auf Bundesebene weniger als 1 Prozent. Auch die Zahl der Krankenhäuser entsprach mit 1 886 dem Niveau im ersten Jahr der COVID-19-Pandemie. Mehr

  • Forschung kann zu mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen verhelfen

    Wie stehen Mediziner zu Energieverbrauch und CO2-Fußabdruck? Auf dem letzten Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in Berlin sprach Prof. Dr. Dieter Christian Wirtz von einem „Mülltsunami“ im OP. im Inerview mit medizin&technik beschreibt er, wo er die Ursachen der Probleme und mögliche Lösungsansätze sieht. Er ist seit 2006 Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonn. Das Interview führte Dr. Birgit Oppermann. Mehr

  • DKG zu den Auswirkungen der Gaskrise auf die Krankenhäuser: Krankenhäuser sind sehr stark von der Gasversorgung abhängig

    92 Prozent der deutschen Kliniken nutzen neben anderen Energieträgern Erdgas zur Wärmeerzeugung. Der Primärenergieeinsatz in den Kliniken zur Wärmeerzeugung erfolgt ganz überwiegend durch Gas. „Sollte im kommenden Winter ein Gasnotstand in Deutschland eintreten, wären die Krankenhäuser von dieser Lage massiv betroffen, denn es ist bis dato nicht politisch sichergestellt, dass auch die Nebenbetriebe wie Wäschereien als vorrangig zu beliefernde Unternehmen bewertet werden. Doch ohne diese Unternehmen wird Versorgung nicht möglich sein“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Gerald Gaß. Mehr


©1999 - 2022 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik