Landespolitik

Nachbericht: Austausch von Fortschritt erLeben mit Minister Dr. Bernd Buchholz

Im Rahmen eines Besuchs beim Johnson & Johnson Institute in Norderstedt tauschte sich die Initiative „Fortschritt erLeben – Patientenversorgung vor Ort“ im Juni mit Minister Dr. Bernd Buchholz und Johannes Hartwig aus dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein sowie Dr. Hinrich Habeck, Managing Director des Clusters Life Science Nord, aus. Bei einer Führung durch das Institut wurden aktuelle wirtschaftspolitische Themen besprochen und in einem anschließenden Gespräch vertieft. Im Mittelpunkt standen dabei die Stärkung des Gesundheitsstandorts Schleswig-Holstein, die Gewinnung und Sicherung von Fachkräften sowie die vielfältigen Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Vertreten wurde die Initiative im Gespräch mit dem Ministerium und Life Science Nord von Christoph Süme (Geschäftsführer, Johnson & Johnson Medical), Dorothee Stamm (Government Affairs Manager, Medtronic), Dr. Dirk Ghadamgahi, MD (Medical Director Germany, Johnson & Johnson Medical), Astrid Künemund (Leiterin, Johnson & Johnson Institute), Sebastian Gaiser (Senior Director Governmental Affairs and Policy Germany, Johnson & Johnson Medical), Delia Strunz (Director Government Affairs and Policy Germany, Johnson & Johnson Medical) sowie von Joachim Schmitt (Geschäftsführer, BVMed) und Olaf Winkler (Referatsleiter Gesundheitssystem, BVMed).

Bei einer Führung durch das Johnson & Johnson Institute konnten sich die Teilnehmer ein Bild davon machen, wie Fachkräfte im Gesundheitswesen im Umgang mit fortschrittlichen Methoden geschult werden. Das ist beispielsweise an Stationen möglich, an denen minimalinvasive OP-Eingriffe geübt und am Bildschirm nachvollzogen werden können. In speziell dafür vorgesehenen Räumlichkeiten kann zudem das Zusammenspiel gesamter Operationsteams eintrainiert werden. Im Vergleich zum früheren Verständnis von „see one, do one, teach one“ führe das zu einem deutlich sichereren Umgang und verlässlicheren Behandlungsergebnissen. Und das sowohl bei Studierenden als auch bei erfahrenen Medizinern.

Zusätzlich zur Aus- und Weiterbildung von Fachkräften des Gesundheitswesens werden in Norderstedt auch Ansätze zur Standardisierung medizinscher Abläufe weiterentwickelt. Mithilfe von modernen Software-Lösungen können ausführliche Schritt-für-Schritt-Checklisten im Operationssaal abgerufen werden, die dabei helfen, Arbeitsabläufe zu vereinheitlichen. Diese Technologie – ursprünglich entwickelt in Leipzig – ermöglicht auch eine effizientere Koordinierung der jeweiligen Spezialisten. Beispielsweise erhält ein so genannter „Springer“ einige Minuten vor einem anstehenden Behandlungsschritt eine kurze Information, dass sein Einsatz gefordert ist und welche Instrumente benötigt werden.

Das richtige Zusammenspiel und passende Instrumente zu finden, gilt natürlich auch für die Landespolitik. Gerade die Gesundheitswirtschaft bietet hier große Chancen und ist in diesem Jahr Schwerpunkt der Wirtschaftsministerkonferenz. Minister Buchholz betonte im Gespräch mit der Initiative „Fortschritt erLeben“, dass er auf die guten Rahmenbedingungen in Schleswig-Holstein aufbauen möchte und an konkreten Schritten interessiert sei. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Wege zur Gewinnung und Sicherung von Fachkräften des Gesundheitswesens und die Nutzung von Potentialen der Digitalisierung hierbei besonders in den Blick genommen werden sollten. Die Initiative wird sich daher weiter im Dialog mit der Landespolitik einbringen.
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