Landespolitik

Digitalisierung, E-Health und Forschungstransfer: Gesundheitspolitische Akzente in Niedersachsen

Gesundheitspolitisch nimmt sich die neue Niedersächsische Landesregierung einiges vor – unter anderem möchte sie die flächendeckende Versorgung auch in Zukunft gewährleisten und ihre Spitzenposition in der Gesundheitswirtschaft behaupten. Um diese Ziele zu erreichen, konzentriert sich die Große Koalition unter der Führung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im Koalitionsvertrag auf die Förderung von Digitalisierung, E-Health und Wissenstransfer im Gesundheitswesen.

Bereits das erste Kabinett Weil setzte 2016 Leitlinien für ein digitales Niedersachsen und die „Gesundheitsversorgung 4.0“. In diesem Geiste steht nun auch der Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung, der die Prüfung eines „Masterplan Digitalisierung“ vorsieht. Dieser soll bis Mitte 2018 vorgelegt werden und verschiedene Schwerpunkte enthalten – unter anderem die Förderung von Strategien zur digitalen Gesundheitsvorsorge, insbesondere im ländlichen Raum. Im selben Licht zeigt sich die Ankündigung von Dr. Bernd Althusmann (CDU), der als neuer Niedersächsischer Wirtschaftsminister eine „Digitalisierungsoffensive“ startet.

Auf dem Digitalgipfel Gesundheit in Hannover stellte Althusmann zugleich infrage, ob „Niedersachsen in Sachen E-Health und Smart Health auch mit Blick auf den Ärztemangel schon zukunftsfest aufgestellt“ sei. Seine deutliche Antwort: Nein, denn Deutschland sei hier „im Ver-gleich zu anderen europäischen Ländern ein Entwicklungsland“. Nun müsse es darum gehen, nicht abgehängt zu werden, so Althusmann. Aus denselben Gründen fordert auch der BVMed, gemeinsam mit anderen Branchenverbänden, ein klares E-Health-Zielbild und regt die Landespolitik an, ihre gesundheitspolitischen Gestaltungsspielräume zu nutzen.

Eine weiterhin herausgehobene Bedeutung für die Konsolidierung des Standortfaktors Gesundheitswirtschaft misst die Landesregierung auch der Förderung von Kooperationen zwischen Forschung und Wirtschaft bei. Im Rahmen ihrer Transferstrategie setzt sich die Große Koalition daher das Ziel, die Übertragung von Forschungsergebnissen in Gesellschaft, Wirtschaft und Gesundheitswesen zu vereinfachen und zu beschleunigen. Ein Förderprogramm in Höhe von 20 Millionen Euro soll Kooperationen zwischen diesen Bereichen unterstützen.

Die fortschrittsbetonte Medizintechnologie-Branche leistet einen entscheidenden Beitrag zum Erreichen von zwei gesundheitspolitischen Kernzielen der neuen Landesregierung: der Sicherung einer flächendeckenden, hochwertigen Gesundheitsversorgung und einer nachhaltigen Förderung der niedersächsischen Gesundheitswirtschaft. Während fortschrittliche und digitale Lösungen eine optimale Behandlung der Patienten ermöglichen, beschäftigen über 90 Branchen-Unternehmen mit Sitz in Niedersachsen mehr als 7.000 Mitarbeiter. Sie tragen maßgeblich zur positiven Entwicklung der Niedersächsischen Gesundheitswirtschaft bei.
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