Landespolitik

Nachbericht: Austausch von Fortschritt erLeben mit dem NRW-Wirtschaftsministerium

Im Rahmen der Medica 2017 traf sich die Initiative „Fortschritt erLeben – Patientenversorgung vor Ort“ im November mit Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Wirtschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen. Aufgrund der Bedeutung der behandelten Themen wurden die Kernpunkte in einem Anschlussgespräch Ende Januar 2018 mit Ellen Dörr, Referentin für Gesundheitswirtschaft, und Dr. Oliver Lehmkühler, Manager des Clusters InnovativeMedizin.NRW, detaillierter erörtert.

Vertreten wurde die Initiative im Gespräch mit Minister Pinkwart von Prof. Dr. Babette Simon (Geschäftsführerin, Medtronic), Dr. Dirk Ghadamgahi (Medical Director Germany, Johnson & Johnson), sowie von Joachim Schmitt (Geschäftsführer, BVMed) und Olaf Winkler (Referatsleiter Gesundheitssystem, BVMed).

Insbesondere die hochaktuelle Thematik der EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) ist Fortschritt erLeben ein wichtiges Anliegen. Durch die ungewisse Umsetzung der Verordnung ergeben sich für die MedTech-Branche zahlreiche Herausforderungen, die einen Dialog zwischen Politik und Wirtschaft erfordern. Die MDR war daher nicht nur Kernthema im Gespräch mit Minister Pinkwart, sondern wurde auch während des Austauschs im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) diskutiert, der Ende Januar 2018 an das Gespräch auf der Medica anknüpfte.

Mit Frau Dörr und Herrn Lehmkühler vertieften Edgar Petersen (Geschäftsführer, Cook Deutschland), Markus Beck (Leiter der Hauptstadtrepräsentanz, Fresenius), Dr. Joachim Wilke (Director Regulatory Affairs und Policy Europe, Medtronic), Martin Kühl (Reimbursement Manager, Edwards Lifesciences Services), Oliver Martini (Director Government Affairs & Policy Germany, Johnson & Johnson) sowie Herr Schmitt und Herr Winkler die zentralen Aspekte der EU-Regulierung.

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen werden durch die Fülle neuer Regularien, Datenerfassungs- und Berichtspflichten und längere Zulassungszeiten durch Ressourcendefizite bei Benannten Stellen zusätzlich belastet. Dadurch entstehen Hemmnisse für die zukünftige Entwicklung der fortschrittsbetonten MedTech-Branche, die sich auch auf die Versorgung auswirken können. Neben der Rezertifizierung umfassender Produktportfolios stellt die Anforderung einer erstmaligen Zertifizierung großer Produktbereiche
bis zum Jahr 2020 ein weiteres Problem dar. Die Gesprächsteilnehmer waren sich daher einig, dass für die MDR mehr sensibilisiert werden müsse und die Landespolitik hierzu entscheidend beitragen könne.

Auch die komplexe Regulatorik der derzeitigen Nutzenbewertungsinstrumente thematisierte Fortschritt erLeben in den beiden Gesprächen. Der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Josef Hecken, warnte im letzten Jahr vor der Gefahr zu langwieriger Abläufe: Die oft langwierigen Bewertungsprozesse könnten dazu führen, „dass das Ende der Entwicklung des medizintechnologischen Fortschrittes in Deutschland droht“. Doch von genau diesem Innovationspotenzial profitiert das gesamte Gesundheitswesen – beispielsweise durch eine gesteigerte Attraktivität in Gesundheitsberufen oder den positiven Einfluss auf die Finanzierung des Sektors.

Sinnvoll sei zudem eine
ressortübergreifende Abstimmung zwischen Gesundheits-, Wirtschafts- und Forschungsministerien. Verfahren der Nutzenbewertung werden zwar meist im Gesundheitsbereich festgelegt, würden sich aber auch auf zentrale wirtschaftliche und Forschungsabläufe auswirken. Das gelte ebenso für die Digitalisierung des Gesundheitssystems. Gerade die Vorreiterrolle Nordrhein-Westfalens in diesem Bereich könne zu einem stärkeren Nutzen zum Wohle der Patienten dienen, so die Vertreter von Fortschritt erLeben. Denn insbesondere durch fortschrittliche Digitalisierungs-Angebote kann die MedTech-Branche zu einer Optimierung der Versorgung entlang der gesamten Behandlungskette beitragen. Hierzu seien aber noch einige Hürden zu überwinden, wie beispielsweise eine Angleichung oder gegenseitige Anerkennung von Datenschutzvorgaben in den einzelnen Bundesländern.
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