Digitalisierung

Patienten sollen schnelleren Zugang zu digitalen Versorgungsangeboten erhalten

Acht Verbände fordern schnellere Aufnahme digitaler Angebote in die Regelversorgung

Acht Verbände der industriellen Gesundheitswirtschaft – BIO Deutschland, Bitkom, bvitg, BVMed, SPECTARIS, VDGH, vfa und ZVEI – legen in einem gemeinsamen Diskussionspapier Vorschläge für einen schnelleren Zugang von digitalen Versorgungsangeboten in die Regelversorgung vor. Die Verbände erwarten dadurch einen höheren Patientennutzen und verbesserte Behandlungsprozesse. Das branchenübergreifende Papier "Zugang zur Regelversorgung digitaler Versorgungsangebote" kann unter www.bvmed.de/ehealth abgerufen werden.

Neben den telemedizinischen Einsatzmöglichkeiten bietet die Digitalisierung den Patienten besonders bei chronischen und seltenen Erkrankungen zahlreiche Möglichkeiten zum Selbstmanagement. Derzeit sind digitale Versorgungsangebote in Deutschland aber nur unzureichend in den Vergütungssystemen abgebildet, obwohl durch sie Behandlungsprozesse effizienter gestaltet und damit die Patientenversorgung verbessert werden können.

In dem branchenübergreifenden Diskussionspapier unterbreiten die Verbände Vorschläge, wie digitale Angebote schneller in die Versorgung gebracht und dadurch allen Versicherten der gleiche Zugang zu digitalen Versorgungslösungen ermöglicht werden kann. So sollten adäquate Bewertungsverfahren für digitale Versorgungsangebote entwickelt und Beratungsangebote vorangebracht werden, um Anbieter digitaler Versorgungsangebote verbindlich über Zugangsoptionen in das Erstattungssystem zu informieren. Erforderlich sei außerdem eine Vergütungssystematik, innerhalb derer sich digitale Versorgungsangebote auch sektorenübergreifend sachgerecht abbilden lassen. Weiterhin sollten rechtliche Vorschriften für die Nutzung digitaler Versorgungsangebote an die Versorgungsrealität angepasst werden.

Seit Januar 2018 setzen sich die acht Verbände aus vier Branchen der industriellen Gesundheitswirtschaft gemeinsam für die Entwicklung eines nationalen eHealth-Zielbilds und eine daraus abgeleitete eHealth-Strategie für Deutschland ein (www.bvmed.de/ehealth-aufruf). Ein solches Zielbild gibt nach Auffassung der Branchenverbände allen Beteiligten des Gesundheitssystems bei der Umsetzung des digitalen Wandels die notwendige Orientierung und ermöglicht es ihnen, konkrete Ziele zu definieren und zu erreichen.

In einem Diskussionspapier von Juni 2018 hatten die beteiligten Verbände die zentralen Herausforderungen der Digitalisierung des Gesundheitssystems aus ihrer Sicht zusammengeführt (www.bvmed.de/ehealth-zielbild). Eine wesentliche Herausforderung war dabei der Zugang und die Anwendung von digitalen Versorgungsprodukten für mehr Patientennutzen. Dieser Punkt wurde jetzt von den Verbänden aufgegriffen.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Strategische Partnerschaften im Fokus

    Strategische Partnerschaften zwischen Herstellern, Kliniken, Einkaufsgemeinschaften, Start-ups oder Digitalunternehmen stehen im Mittelpunkt der 5. MedTech-Vertriebskonferenz von MedInform mit dem Titel "Systempartnerschaften im digitalen Zeitalter" am 19. September 2019 in Düsseldorf. Die Konferenz hat sich in den letzten Jahren mit ihren rund 200 Teilnehmern zu einem Branchentreff für Geschäftsführer und Vertriebsleiter aus der Medizinproduktebranche etabliert. Weiterlesen

  • BVMed, Earlybird, High-Tech Gründerfonds und medtech zwo veröffentlichen 12. Ausgabe des "MedTech Radar"

    Wie können Innovationen im Klinikumfeld gelingen? Welches Potenzial bieten digitale Lösungen und welche Herausforderungen müssen Start-ups meistern? Diese Fragen werden auf der Veranstaltung "MedTech Radar Live 2019" am 5. Juni 2019 in Berlin mit Experten aus der Medizintechnik-Branche diskutiert. Eine Vorschau bietet der gemeinsame Medienservice "MedTech Radar" des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed), Earlybird Venture Capital, des High-Tech Gründerfonds (HTGF) und des Fachmagazins medtech zwo in seiner zwölften Auflage. Weiterlesen

  • "Digitale Medizin als zusätzlicher Versorgungsbereich"

    Der BVMed spricht sich zur Messe "DMEA – Connecting Digital Health" für neue Zugangswege für digitale und telemedizinische Versorgungsangebote aus und schlägt die Einführung eines zusätzlichen, sektorenübergreifenden Versorgungsbereichs "Digitale Medizin" vor. "Um den Patienten und Versicherten den Zugang zu den digitalen Lösungen zu ermöglichen, ist ein adäquater Rahmen erforderlich, der den Besonderheiten von Digital Health Rechnung trägt. Die bisherigen Erfahrungen, beispielsweise mit dem Telemonitoring in der Herzmedizin, zeigen, dass die bestehenden Instrumente dafür untauglich sind", so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Das anstehende E-Health II-Gesetz wäre eine gute Gelegenheit, um an dieser Stelle konkrete Fortschritte zu erzielen. Weiterlesen


©1999 - 2019 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik