Unterleib/Gebärmutter

Myom-Embolisation als schonende Alternative zur Gebärmutterentfernung

In der Gebärmutter reifen die befruchteten Eizellen vor der Geburt zum geburtsreifen Fötus heran.

Krankheitsbild: Gebärmutter-Myom
Der häufigste Tumor bei Frauen ist das Gebärmutter-Myom. Allein in Deutschland sind rund vier Millionen Frauen zwischen 14 und 45 Jahren von dieser gutartigen Wucherung betroffen. Mit zunehmender Größe des Tumors kann es zu starken Beschwerden kommen: Schmerzen und Krämpfe im Unterleib, ständiger Harndrang oder Blähungen, Inkontinenz und unregelmäßige Menstruationsblutungen sind die häufigsten Symptome. Für schwangere Frauen sind große Myome besonders gefährlich, weil sich durch sie das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt deutlich erhöhen kann.

Innovative Technologie: Myom-Embolisation
Eine schonende und moderne Behandlungsmethode ist die so genannte Myom- Embolisation. Bei diesem minimal-invasiven Eingriff bleibt die Gebärmutter (Uterus) vollständig erhalten. Bei dem Verfahren wird ein künstlicher Infarkt – eine gewollte Verstopfung der Arterien – ausgelöst und so die Blutzufuhr zum Myom dauerhaft unterbrochen.

Die Behandlung erfolgt über einen Katheter, der über winzige Schnitte in der linken und rechten Leistenregion zu den Gefäßen vorgeschoben wird, die die Gebärmutter mit Blut versorgen. In diese Arterien werden sandkorngroße Kunststoffpartikel eingeleitet, die sich in den kleinen Blutgefäßen „verkeilen“. Um die Fremdkörper herum bilden sich Blutklümpchen, so genannte Thromben, die den Blutfluss und damit die Versorgung des Tumors unterbrechen. Dadurch werden die Zellen des Geschwulstes langsam ausgetrocknet. Die abgestorbenen Gewebestücke werden nach einigen Wochen vom Körper durch Ausscheiden „entsorgt“.

Hier gibt es einen Informationsfilm zur schonenden Behandlung von Gebärmutter-Myomen:
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