Intelligente Implantate

Hochkomplexe Systeme in der Medizintechnik

Ob Prothesen, künstliche Ersatzorgane oder Nervenstimulatoren – technische Systeme sind aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Deutschland zählt bei Mikrosystemen in der Medizin zu den weltweit führenden Standorten.
Intelligente Implantate sind hochkomplexe Systeme aus Sensorik, Aktorik und Signalverarbeitung. Sie sind heute schon ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Therapien und gehören zu den technisch aufwändigsten Medizinprodukten überhaupt. Typische Anwendungsfelder sind Volkskrankheiten und spezifische Erkrankungen einer alternden Bevölkerung.

Das Bundesforschungsministerium förderte in der Vergangenheit 12 Projekte zu „Intelligenten Implantaten“. Die Förderung der „Intelligenten Implantate“ war Bestandteil des Aktionsplans Medizintechnik des Bundesforschungsministeriums und damit ein Schritt zur Umsetzung der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Dafür stellte das Ministerium etwa 15 Mio. € zur Verfügung.

Folgende zwölf Projekte waren für eine Förderung ausgewählt worden:

Anwendungsorientierte Verbundprojekte
  • COMPASS: Implantierbarer Sensor zur Bestimmung wichtiger Parameter (Herzzeitvolumen) zur Diagnose und Therapie von Herzinsuffizienz
  • FutureRet: Verbesserte optische Auflösung und erhöhte Lebensdauer von Retinaimplantaten
  • incrimp: Neuroprothese für die Epilepsiediagnose und -therapie
  • INHUEPRO: Hüftprothese mit Sensorik zur Überwachung von Lockerungszuständen
  • iSHUNT: Intelligentes Ventil (Hirnshunt) zur optimierten Hirnwasserableitung
  • MyoPlant: Hochsensible Ansteuerung einer Handprothese mittels implantierter Impulsableitung an der Muskulatur
  • VarioPump: Implantierbare Infusionspumpe mit geringem Energieverbrauch und hoher Dosiergenauigkeit z. B. für die chronische Schmerztherapie

Wissenschaftliche Projekte
  • AINTEN: Implantat zur Energiegewinnung mittels Augenbewegung z. B. für Augeninnendrucksensoren
  • GentleCI: Elektrodenentwicklung für Cochlea-Implantate zum Erhalt des restlichen Hörvermögens
  • GlucoPlant: Implantierter Glucosesensor für Diabetesdiagnostik und -therapie
  • IntelliTuM: Intelligentes Implantat zum Tumor-Monitoring
  • KueAkk: Künstliches Linsensystem mit der Fähigkeit zur Fokussierung (Akkommodation) nach
  • einer Operation am Grauen Star
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Die Zukunft der Medizintechnik: Digital wird real

    Die Zukunft der Medizintechnik – sie wird gestaltet von Ärzten, die neue Heilmethoden erforschen, Gesundheitspolitikern, die die gesetzlichen Rahmenbedingungen vorgeben, sowie Ingenieuren, die innovative Technologien entwerfen. Entsprechend zahlreich und vielschichtig sind die Faktoren, die auf „die Medizintechnik von morgen“ Einfluss nehmen. Zwei Trends, die immer wieder genannt werden: Digitalisierung und 3D-Druck. Beides sind zuerst einmal branchenunabhängige Techniktrends, die auf die eine oder andere Weise bereits Eingang in die Medizintechnik gefunden oder diese bereits verändert haben. Weitere Trends sind Miniaturisierung, Personalisierung oder Homecare. Weiterlesen

  • eCommerce-Konferenz: Neue Anforderungen durch UDI-Pflicht und elektronische Rechnungen

    Die Digitalisierung bringt auch neue Pflichten für die Hersteller von Medizinprodukten. Mit den UDI-Pflichten zur standardisierten Kennzeichnung der Produkte kommen insbesondere auf die kleinen und mittelständischen Medizinprodukteunternehmen große Herausforderungen durch neue regulatorische Anforderungen zu. Zudem werden Anforderungen an die elektronische Rechnung und das elektronische Auftragswesen verbindlich. Das verdeutlichten die Experten der 19. eCommerce-Konferenz mit dem Titel "Gesetzliche Vorgaben beim eCommerce – ein Segen?" am 21. Februar 2017 in Düsseldorf. Weiterlesen

  • facebook.com/iammedtech Weiterlesen


©1999 - 2017 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik