Magen und Darm

Künstliche Ernährungstherapie

In Deutschland sind jährlich rund zwei Millionen Menschen mangelernährt oder von Mangelernährung bedroht. Die Ursachen hierfür sind u. a. Magersucht, Krebs oder Gewichtsverlust nach längerem Krankenhausaufenthalt Sind die Verdauungsorgane gesund oder zumindest eingeschränkt funktionstüchtig, können die Betroffenen enteral ernährt werden. Sie nehmen eine Flüssigkeit, die lebenswichtige Energie- und Nährstoffe enthält, wie eine normale Mahlzeit ein oder sie wird mit einer Sonde direkt in den Magen geleitet.

Bei einem Darmverschluss, Magen- oder Darmtumor, Kurzdarmsyndrom oder einer schweren Verletzung der Verdauungsorgane muss meist eine Zeit lang parenteral ernährt werden. Dabei wird der Verdauungstrakt der Betroffenen vollständig umgangen: Die Nährstoffe werden über Infusionen direkt in die Blutbahn geleitet. Hierfür wird operativ ein venöser Zugang unterhalb des Schlüsselbeins gelegt, ein so genannter Port.

Innovative Therapie: Künstliche Ernährungstherapie
Heute werden die Infusionen dank innovativer medizintechnologischer Verfahren industriell und keimfrei angefertigt und in so genannten Dreikammerbeuteln abgefüllt. Durch die neuen Herstellungsverfahren sind sie nicht nur sicherer geworden, die Qualität ihrer Inhaltsstoffe entspricht auch den neuesten ernährungswissenschaftlichen Anforderungen. In jeder Kammer befindet sich einer der so genannten „Makronährstoffe“ Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette.
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