COVID-19

Gesundheitsvorsorge in Zeiten von Corona: Gerade chronisch kranke Patienten benötigen regelmäßige ärztliche Kontrolle und Behandlung

Frühzeitige Diagnose und Therapie kann bei schweren Erkrankungen Leben retten | Akut anhaltende gesundheitliche Beschwerden bedürfen einer Abklärung

Um schwerwiegende gesundheitliche Folgen zu vermeiden, gilt auch in Zeiten der Corona-Pandemie: Patienten sollten akute Beschwerden nicht aussitzen und sich im Zweifel umgehend beim Arzt oder beim Notruf melden. Darauf weist die Aktion Meditech hin, eine Initiative zur Information über innovative Behandlungsmethoden der Medizintechnologie. Aktion Meditech vereint Ärzte und Gesundheitsexperten, Patienten und Selbsthilfegruppen, Verbände und Unternehmen der Medizintechnologie.

Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) stellt Patienten, Ärzte und Krankenhäuser gleichermaßen vor bisher unbekannte Herausforderungen und Belastungen. Maßnahmen zum Infektionsschutz und der effektiven Betreuung von Corona-Patienten standen dabei in den letzten Wochen im Mittelpunkt. Die täglich neuen Nachrichten zum Infektionsgeschehen, präventiven Maßnahmen und teilweise noch schwer einzuordnende erste wissenschaftliche Erkenntnisse zu Biologie und Verbreitung von SARS-CoV-2 haben jedoch bei vielen Menschen zu Verunsicherung geführt. So berichten Fachärzte und Berufsverbände, dass viele Patienten Arztpraxen und Krankenhäuser aus Angst vor einer Corona-Infektion meiden: Laut einer Umfrage des NDR ist die Zahl der Facharzt-Besuche in der Hochphase der Corona-Pandemie in Deutschland bei Kardiologen und Onkologen zwischen 30 und 50 Prozent, bei Zahnärzten sogar um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Gerade chronische Erkrankungen, wie Vorhofflimmern, Diabetes oder Bluthochdruck, können jedoch unbehandelt schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Einige Krankheitsbilder erlauben auch keinen Aufschub in Diagnostik und Therapie: Bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kann jede Minute entscheidend sein und die rechtzeitige Behandlung Leben retten.

Gemeinsam mit der Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft mahnt daher auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dass Patienten bei Beschwerden eine Arztpraxis kontaktieren und im Notfall ein Krankenhaus aufsuchen sollen. Ärzte betonen, dass ihre medizinische Verantwortung allen Erkrankten gilt. Die Vorsitzende des Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS), Ruth Hecker, erklärte in einem Positionspapier, dass in der Coronaversorgung alles getan werden muss, was möglich ist. Man dürfe aber auch nicht über das Ziel hinausschießen, „weil sonst mehr Leben durch abgesagte, verschobene oder vermiedene Versorgung verloren gehen als durch die Pandemie selbst.“

Arztbesuch vorab telefonisch mit der Praxis klären

Aufgrund der coronabedingt schwierigen Situation noch vor wenigen Wochen mussten sich viele Ärzte zunächst auf die Behandlung dringender Fälle konzentrieren. Mittlerweile sind Arztpraxen gut auf die neue Situation vorbereitet, wie Landesämter und Medizinische Versorgungszentren berichten. Entsprechende Schutzmaßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen sorgen dafür, dass beim Arzt- oder Krankenhausbesuch heute nicht mehr das gleiche Ansteckungsrisiko besteht wie am Anfang der Pandemie. Von einem spontanen Arztbesuch ohne vorherige telefonische Rücksprache sollte man jedoch absehen. Gerade wer Erkältungssymptome wie Fieber und Husten hat, sollte seinen Arzt auf keinen Fall ohne Voranmeldung aufsuchen, um das Praxispersonal und andere Patienten vor einer Ansteckung zu schützen. Die telefonische Rücksprache ermöglicht dem Arzt auch eine entsprechende Planung, so dass Patienten aus Risikogruppen separat in die Praxis einbestellt werden können. Wenn wichtige Behandlungstermine nicht aufgeschoben werden, hilft dies auch, zeitliche Engpässe in den Praxen in der zweiten Jahreshälfte zu vermeiden. Zudem liefern hier auch digitale Medizintechnologien Lösungsansätze: Während Videosprechstunden können beispielsweise die Behandlungserfolge bei chronischen Wunden gut von einem spezialisierten Arzt begutachtet werden.

Krankenhäuser haben sich auf die Corona-Situation eingestellt

Das Robert Koch-Institut (RKI) beobachtet und analysiert die Corona-Situation ständig und leitet daraus entsprechende Empfehlungen für den Infektionsschutz ab, die in den Krankenhäusern an die lokale Situation und den Verlauf der Pandemie angepasst werden können. Aktualisierte Hygienepläne, Personalzuteilung und persönliche Schutzausrüstung für das medizinische Personal wie Handschuhe, Mundschutz und Kittel, aber auch regelmäßige Hände- und Flächendesinfektion, sorgen dafür, dass das Infektionsrisiko in den Krankenhäusern minimiert ist. Bei Diagnostik, Therapie und Pflege soll ein enger Kontakt zwischen medizinischem Personal und Patienten auf das absolut Notwendige reduziert werden. Im stationären Bereich existiert eine strikte räumliche Trennung von SARS-CoV-2-Patienten und Nicht-Corona-Patienten. Auch in der Notaufnahme werden COVID-Fälle, Verdachtsfälle und Patienten mit respiratorischen Symptomen räumlich getrennt und die Mitarbeiter im ärztlichen Notdienst arbeiten mit Vollschutz, um die Übertragung von Infektionen zu vermeiden. Wenn die Situation dies zulässt, wird zudem die Belegung von Mehrbettzimmern im Krankenhaus vermieden.

Quelle: Pressemeldung von Aktion Meditech vom 8. Juni 2020
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