Kunststoffe in der Medizintechnik: Geschichte(n) und Trends

Prothesen im RP-Verfahren



Versteht sich, dass auch die Medizintechnik die modernen Verfahren der Produktentwicklung wie Rapid Prototyping (RP) oder auch Rapid Manufacturing (RM) nutzt. Wie das Fachblatt „Plastverarbeiter“ dazu schreibt, hängt doch die Innovationsgeschwindigkeit gerade auf diesem Feld ganz wesentlich von einer schnellen Fertigung echter Funktionsteile für den Prototypenbau ab. Via RP können zwar erste Musterbauteile bis hin zu Prothesen aus vorhandenen CAD-Daten konfiguriert werden; die Methode der „Schnellen Fertigung“ (Rapid Manufacturing) allerdings eröffne darüber hinaus ganz neue und attraktive Möglichkeiten: Innerhalb kürzester Zeit lassen sich Serienteile werkzeuglos über CAD-Daten aus unterschiedlichsten Materialien wie beispielsweise Kunststoff erstellen.

Dem Radsportler Michael Teuber verhalfen CAD-Daten und Rapid-Prototyping wieder in den Sattel und sogar auf das Siegespodest. Seit 1987 nämlich sind beide Beine von Teuber als Folge eines Verkehrssunfalls unterhalb des Kniegelenks gelähmt. Durch intensives Training konnte der Profi die Muskulatur in den Oberschenkeln wieder aktivieren. Eine Orthese sorgt jetzt dafür, dass die Kraft aus den Oberschenkeln direkt auf die Pedale des Rennrads übertragen wird. Der Erfolg spricht für sich und Teuber: Bei den Paralympics in Athen und in Peking konnte der Sportler drei Goldmedaillen und einmal Silber gewinnen. Die Orthese, die zu einem guten Teil zum Erfolg Teubers beiträgt, wurde mittels CAD-Daten im Laser-Sinter-Verfahren, einer gängigen RP-Technologie, aus dem Kunststoff Polyamid gefertigt.

Stand: Juli 2013
Quelle: K 2013, http://www.k-online.de

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