Geschichte Implantate

Geschichte der Augenchirurgie

Geschichte bis ins 18. Jahrhundert: Sehhilfen und die Behandlung von Grauem Star



Die ersten Berichte über die Behandlung des Grauen Stars finden sich bereits im alten Ägypten und sind über 3000 Jahre alt.

Der Araber Ibn al-Haitam (965-1039) schrieb das Buch "Schatz der Optik". Um 1240 übersetzte der Franziskaner Erazm Golek Vitello (1220-1280) diese Lehre des Sehens ins Lateinische. Westeuropäische Mönche griffen die Überlegung, das Auge mittels einer optischen Linse zu unterstützen, auf. Sie fertigten überhalbkugelförmige Plankonvexlinsen an. Diese wurden mit der glatten Seite auf die Schrift gelegt und vergrößerte diese deutlich. Roger Bacon (1214-1294) griff die Bedeutung des Lesesteins auf und verbesserte ihn. Desweiteren suchte er nach einer wissenschaftlichen Erklärung für dieses Phänomen. Als Rohmaterial dienten Halbedelsteine, sogenannte Berylle. Daher auch der heutige Name „Brille“.

Die ersten nachweisbaren direkten Eingriffe am Auge fanden 500 v. Chr. in Asien statt. Um 25 bis 35 v. Chr. behandelten Starstecher erstmals den grauen Star (Katarakt) mit Hilfe einer Nadel. Damit versenkten sie die trübe Augenlinse im Glaskörper. Jaques Daviel praktizierte seine moderne Methode der Staroperation erstmals um 1745. Im Jahr 1752 stellte er seine Methode der Französischen Chirurgieakademie vor. Dabei war ein Stich mit einer dreieckigen Lanze nötig. Mit einem doppelseitigen Instrument und einer Schere erfolgte die Erweiterung des Schnittes. Mit einem Spatel konnte nun die Hornhaut angehoben werden, um die Linsenkapsel mit einem spitzen Instrument zu eröffnen. Durch sanften Druck rutschte die Linse nach unten heraus.
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