Vagusnervstimulation

Transkutane Vagusnervstimulation - Neurostimulation bei Epilepsie

Bei Epilepsie handelt es sich um eine Erkrankung, die durch wiederholt spontan auftretende Krampfanfälle gekennzeichnet ist. Diese sind Folge anfallsartiger synchroner Entladungen von Neuronengruppen im Gehirn. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 0,5 bis 1 Prozent der deutschen Bevölkerung an einem fortschreitenden Krampfleiden (aktive Epilepsie) leiden.

Medikamentöse Therapie
Bei Patienten, die unter einer Epilepsie leiden, ist die Verabreichung von antikonvulsiven Medikamenten (Antiepileptika) das Mittel der ersten Wahl. Bei etwa 60 Prozent der Patienten kann mit Hilfe der medikamentösen Therapie Anfallsfreiheit erreicht werden.

Diagnose pharmakoresistente Epilepsie
Mehr als 30 Prozent aller Patienten mit Epilepsie leiden unter einer pharmakoresistenten Epilepsie. Trotz medikamentöser Behandlung treten weiterhin Krampfanfälle auf. Für diese Patienten stehen derzeit nur wenige Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Hierzu gehört neben der Epilepsiechirurgie und der Tiefenhirnstimulation vor allem die invasive Vagusnervstimulation (VNS).

Neue Therapieoption: transkutane Vagusnervstimulation
Die transkutane Vagusnervstimulation (t-VNS) ist eine schonende und patientenfreundliche Therapieoption zur Behandlung der pharmakoresistenten Epilepsie. Die t-VNS-Therapie erfolgt mit einem Therapiegerät, bestehend aus einer Stimulationseinheit Stimulationseinheit und einer speziellen Ohrelektrode, die der Patient ähnlich einem Ohrhörer insgesamt 4 bis 5 Stunden über den Tag verteilt trägt. Die Anwendung der Therapie erfolgt durch den Patienten selbstständig in Einheiten von jeweils mindestens einer Stunde. Die Verordnung und die Einweisung in das Gerät sowie die routinemäßigen Therapiekontrollen werden ambulant durchgeführt.

Hier finden Sie ein Magazin zum Thema "Neurostimulation".

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