Gefäße

Thrombose-Prophylaxe

Die Beine sind am weitesten vom Herzen entfernt und liegen außerdem noch unterhalb des Herzens, deshalb muss das Blut in den Beinen sogar entgegen der Schwerkraft fließen.

Krankheitsbild: Thrombose
Der Abfluss des Blutes aus den Beinen erfolgt über oberflächliche und tiefe Venen. Beim Rücktransport zum Herz muss das Blut gegen die Schwerkraft nach oben befördert werden. Die Pumpleistung des Herzens wird durch die Muskelpumpe unterstützt. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Beinmuskeln, insbesondere in den Waden, sich beim Gehen anspannen und benachbarte Venen zusammenpressen. So wird das Blut nach oben aus den Venen herausgedrückt. Venenklappen, die wie Ventile funktionieren, verhindern dabei den Rückfluss des Blutes.

Sinkt die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes, kommt es zu Stauungen in den Beinen. Eine anhaltende Überdehnung führt dazu, dass die Venenklappen nicht mehr richtig schließen, was den Stau in den Beinen noch verschlimmert. Lebensgefährlich wird es, wenn sich in den tiefen Beinvenen Gerinnsel (Thromben) bilden, die den Blutfluss behindern oder ganz blockieren. Eine tödliche Lungenembolie droht, wenn sich das Gerinnsel löst und vom Blutstrom in die Lunge geschwemmt wird. In Deutschland sterben pro Jahr rund 40.000 Menschen an den Folgen einer Lungenembolie.

Innovative Technologie
Eine Innovation in der physikalischen Prophylaxe stellt die kombinierte Therapie mit Medizinischen Thromboseprophylaxestrümpfen (MTS) und der Intermittierenden pneumatischen Kompression (IPK) dar. Bei der IPK werden aufblasbare Manschetten mit drei Luftkammern vor einer Operation um die Beine des Patienten gelegt. Sie werden während der gesamten Operation und auch danach abwechselnd und aufsteigend vom Knöchel zur Leiste hin mit Luft gefüllt und wieder entleert. Die daurch entstehenden wiederkehrenden Druckwellen pressen das Blut aus den tiefen Beinvenen. Die Imitation der natürlichen Muskelpumpe sorgt für einen effektiven Abtransport des Blutes zum Herzen. Sensoren in den Manschetten überprüfen zudem regelmäßig den Füllstatus in den Venen und ermöglichen ein individuelles Timing der Kompressionszyklen. Während der Operation und danach, aber auch bei längerer Bettlägerigkeit, kann das Thromboserisiko so entscheidend reduziert werden.
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