RADIANCE-II-Studie

Renale Denervation verbucht weiteren Erfolg bei der Blutdrucksenkung

Deutsche ÄrzteZeitung Online vom 22. September 2022

Ergebnisse einer randomisierten Studie bestätigen einmal mehr, dass ein erhöhter Blutdruck durch das interventionelle Verfahren der Renalen Denervation signifikant stärker gesenkt wird als durch eine Scheinintervention als Kontrolle. Darüber berichtet die ÄrzteZeitung Online.

Die auf Verödung sympathischer Nervenfasern in den Nierenarterien zielende Methode der Renalen Denervation (RDN) ist auf einem guten Weg, sich als ergänzende Option neben Maßnahmen zu Lebensstiländerungen und medikamentösen Therapien einen Platz im Arsenal der blutdrucksenkenden Behandlungsstrategien bei Hypertonie zu sichern.

Die jetzt beim TCT-Kongress 2022 in Boston vorgestellte RADIANCE-II-Studie ist bereits die sechste randomisierte Studie, in der die RDN eine überlegene Wirksamkeit im Vergleich zu einer Scheinintervention gezeigt hat.

Test bei Probanden ohne Antihypertensiva

In die RADIANCE-II-Studie wurden 224 Patientinnen und Patienten mit leicht bis moderat erhöhtem Blutdruck aufgenommen. Sie waren zuvor mit bis zu zwei Blutdrucksenkern behandelt worden, nahmen jedoch nach einer Auswaschphase während der Studie für zwei Monate keine antihypertensiven Medikamente ein. Einschlusskriterium war ein Blutdruckwert im Bereich ≥135/85 mmHg und <170/105 mmHg bei ambulanter Messung am Tage.

Nach Zufallszuteilung wurden 150 Teilnehmer der Gruppe mit RDN und 74 der Kontrollgruppe mit Scheinintervention zugeordnet. Die RDN-Behandlung wurde in der Studie mit dem auf endovaskulärer Anwendung von Ultraschall als Energieform basierenden Paradise-System (Hersteller: ReCor) vorgenommen.

Primärer Studienendpunkt war die Veränderung des systolischen Blutdrucks bei ambulanter Messung am Tage zum Zeitpunkt nach zwei Monaten. Zu Studienbeginn lagen die entsprechenden Blutdruckwerte im Mittel bei 150,3 mmHg (RDN-Gruppe) und 151,2 mmHg (Kontrollgruppe).

Signifikant stärkere systolische Blutdrucksenkung

Nach zwei Monaten stellten die Untersucher in Relation zu den Ausgangswerten eine Blutdrucksenkung um 7,9 mmHg (RDN-Gruppe) und 1,8 mmHg (Kontrollgruppe) fest. Als Nettoeffekt ergab die Analyse im Mittel eine signifikant um 6,3 mmHg stärkere Senkung des systolischen Blutdrucks durch die ultraschallbasierte RDN-Behandlung (p < 0,0001), berichtete Dr. Ajay Kirtane vom Columbia University Irving Medical Center in New York bei TCT-Kongress in Boston.

Der Anteil der Patienten mit einer systolischen Blutdrucksenkung um 5 mmHg war in der RDN-Gruppe signifikant höher als in der Kontrollgruppe (64 Prozent versus 34 Prozent, p < 0,0001), ebenso der Anteil mit einer Senkung um 10 mmHg (48 Prozent versus 16 Prozent, p < 0,0001). Follow-up-Dauer von fünf Jahren geplant

Mit der Höhe des Ausgangsblutdrucks schien auch der blutdrucksenkende Effekt der RDN zugenommen zu haben: Lag der am Tag ambulant gemessene systolische Blutdruck zu Beginn im Bereich <145 mmHg, betrug die mittlere Abnahme 6,1 mmHg. Bei initial gemessenen Werten zwischen 145 und 153 mmHg belief sich die Senkung schon auf 8,2 mmHg. Bei Ausgangswerten > 153 mmHg war sie mit 9,6 mmHg relativ am stärksten.

Zu klären bleibt, ob die gezeigte blutdrucksenkende Wirkung auch von Dauer ist. Für die RADIANCE-II-Studie wurde eine Gesamtlaufzeit von fünf Jahren veranschlagt, wobei das Follow-up in den ersten zwölf Monaten in verblindeter Form durchgeführt werden soll.

Quelle: Deutsche ÄrzteZeitung Online vom 22. September 2022
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