Niere

Dialyse wird mobil: die Peritonealdialyse

Die gesunde Niere ist ein „Hochleistungsorgan“: Sie filtert Giftstoffe aus dem Blut, produziert Urin und sorgt für einen ausgeglichenen Wasser- und Salzhaushalt.

Krankheitsbild: Niereninssuffizienz
Weltweit sind rund 2,3 Millionen Patienten von chronischem Nierenversagen betroffen, die mit Nierenersatztherapie (Hemodialyse, Peritonialdialyse und Transplantation) behandelt werden. Allein in Deutschland sind es 100.000 Patienten. Ihr Körper macht einen Prozess der allmählichen Vergiftung durch, der zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen und nur durch eine Nierenersatztherapie aufgehalten werden kann. Die optimale Behandlung des chronischen Nierenversagens ist die Transplantation einer gesunden Spenderniere.

Innovative Technologie: Heimdialyse
Zur Überbrückung der Wartezeit auf ein passendes Organ oder wenn eine Transplantation nicht möglich ist, werden verschiedene Formen der Dialyse angeboten. Die bei uns seit den 60er Jahren bekannte und verbreitete Form ist die Hämodialyse (HD): Über einen operativ angelegte Verbindung von Vene und Arterie wird dem Patienten Blut entzogen, in einer Maschine gereinigt und wieder zurückgegeben. Die Behandlung dauert jeweils vier bis fünf Stunden und muss dreimal wöchentlich in einem Dialysezentrum durchgeführt werden.

Die Peritonealdialyse (PD) ist eine ambulante Selbstbehandlung, d.h. sie kann vom Patienten selbständig und an jedem Ort durchgeführt werden. Die PD nutzt das Bauchfell (Peritoneum), eine körpereigene Membran, als Filter: Mit einer speziell abgestimmten Dialyselösung werden hilfreiche Stoffe wie z.B. Elektrolyte in den Bauchraum geleitet, während Giftstoffe und überschüssiges Wasser herausgefiltert werden. Für den Zugang zum Bauchraum wird ein kleiner, weicher Katheter operativ eingesetzt. Dieser dient als Verbindungsstelle für die Beutel mit der Dialyselösung.

Eine der Weiterentwicklungen ist die automatische PD (APD). So können manche Patienten die PD nachts durchführen. Für die APD ist ein tragbares Gerät, der Cycler, erforderlich. In Kürze wird auch die lückenlose Kontrolle durch den Arzt per Telemedizin möglich sein.

BVMed-Informationsfilm zur Heimdialyse:
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  • Patientengeschichte Michael Schmidt

    Michael Schmidt (39) ist als Software-Trainer im Baustoffhandel in Leipzig tätig. Dabei plant und organisiert er Schulungen für zahlreiche Standorte in Deutschland. Im Winter fährt er gerne Ski, im Sommer liegt er am liebsten mit seiner Partnerin am Strand. Seit drei Jahren ist Michael täglich auf die Dialyse angewiesen, da seine Nieren Gifte nur unzureichend abbauen. Sein Leben hat sich seitdem verändert, dennoch fühlt er sich frei und mobil. „Durch die Diagnose ‚Niereninsuffizienz’ gehe ich bewusster mit meinem Leben um und empfinde mehr Wertschätzung. Ich habe erkannt, dass das Leben nicht nur aus Arbeiten besteht, sondern Familie und Freunde wichtiger sind.“ Weiterlesen

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