Innovative Asthmatherapie

Minimalinvasives Bronchoskopie-Verfahren für Patienten mit schwerem Asthma

Die Bronchiale Thermoplastie ermöglicht eine lang anhaltende Kontrolle der Asthmasymptome

Nach Schätzungen von Experten sind bis zu fünf Prozent der deutschen Erwachsenen von Asthma betroffen. Die Auswirkungen bei schweren Verlaufsformen dieser Erkrankung können von Tagesmüdigkeit bis hin zu schweren Asthmaanfällen reichen und die Lebensqualität der Patienten deutlich beeinträchtigen. Für erwachsene Patienten, deren Krankheitssymptome mit medikamentösen Therapien nicht zufriedenstellend kontrolliert werden können, steht mit der Bronchialen Thermoplastie ein effektives nicht-medikamentöses Therapieverfahren zur Verfügung.

Bei Asthmapatienten ist die Muskulatur, die die Atemwege der Lunge ringförmig umgibt – die sogenannte glatte Bronchialmuskulatur – zunehmend verdickt. Im Falle eines Asthmaanfalls kommt es zu einer Verengung der Atemwege, die zum einen durch die Kontraktion der übermäßigen Bronchialmuskulatur und zum anderen durch Schwellungen oder Entzündungen und starke Schleimbildung verursacht wird. Verengen sich die Atemwege, können Atemnot, ein Engegefühl in der Brust, pfeifende Atemgeräusche, Keuchen und Husten die Folge sein.

Bis heute gibt es keine Möglichkeit, Asthma zu heilen. Ziele jeder Asthmatherapie sind daher weitestgehende Beschwerdefreiheit und möglichst uneingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit. Die Behandlung muss dabei individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt werden. Herkömmliche Behandlungsmethoden für Patienten mit schwerem Asthma umfassen Verhaltensregeln, wie die Kontaktvermeidung mit Auslösern oder Verstärkern des Asthmas, sowie die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, wie beispielsweise Bronchodilatatoren. Die Bronchiale Thermoplastie erlaubt nun die Behandlung von schwerem Asthma bei Erwachsenen, deren Asthma trotz konventioneller Therapie nicht ausreichend kontrolliert ist.

Minimalinvasives Bronchoskopie-Verfahren kann medikamentöse Therapie unterstützen und zu einer Verbesserung der Krankheitssymptome beitragen

„Bei der Bronchialen Thermoplastie handelt es sich um eine kontrollierte Energieabgabe innerhalb der Atemwege, die gezielt glatte Atemwegsmuskulatur zerstört“, erläutert Professor Dr. Christian Schulz, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II, Bereich Pneumologie, am Universitätsklinikum Regensburg. „Diese hat sich bei Asthmatikern verändert und ist für die Ausbildung der Erkrankung und damit auch für die Bronchialkrämpfe verantwortlich.“

Das aus zwei Hauptkomponenten bestehende Alair System für die Bronchiale Thermoplastie gibt thermische Energie an die Atemwege ab, wobei das Gewebe in präziser und kontrollierter Weise erhitzt wird, um so eine Reduktion der Masse der glatten Atemwegsmuskulatur zu erreichen. Das minimalinvasive Verfahren kommt als Ergänzung zur herkömmlichen medikamentösen Asthmatherapie zum Einsatz und führt zu einer Verbesserung der Symptomkontrolle und Lebensqualität von Patienten mit schwerem Asthma.

Behandlung besteht aus drei Eingriffen

Eine vollständige Behandlung mit der Bronchialen Thermoplastie wird in drei Eingriffen durchgeführt, die jeweils im Abstand von ungefähr einem Monat erfolgen. Jeder Eingriff dauert etwa eine Stunde und wird in der Lungenfachabteilung eines Krankenhauses durchgeführt. „Bei den von uns behandelten Patienten sind die Ergebnisse mehrheitlich gut bis sehr gut. Ein Patient ist sogar wieder in der Lage, mehr Sport zu treiben“, fasst Schulz die Ergebnisse der bisherigen Anwendungen in seiner Klinik zusammen. Die Bronchiale Thermoplastie hat ein sehr gutes Langzeit-Sicherheits- und -Wirksamkeitsprofil, wobei Sicherheit und Wirksamkeit über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren belegt werden konnten.

Quelle: Pressemeldung Boston Scientific, 5. August 2015

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