Gesundheitspolitik

"Homecare als Schnittstelle unverzichtbar"

Homecare-Dienstleistungen sind für die Versorgung von Patienten mit Hilfsmitteln, Verbandmitteln und Ernährungstherapien beim Übergang vom Krankenhaus in die ambulante Versorgung unverzichtbar. Das verdeutlichten der Krankenhausarzt Prof. Dr. Bernd Reith vom Klinikum Konstanz und der niedergelassene Arzt Olav Heringer auf der MedInform-Konferenz "Homecare – eine ambulante Perspektive?" in Berlin.

Nach Meinung der Experten sei es wichtig, die Qualität der Produkte und Dienstleistungen festzuschreiben und die Einhaltung der Qualitätsstandards zu kontrollieren. Homecare-Dienstleistungen seien etabliert und wichtig, aber es gebe nach wie vor erhebliche rechtliche Probleme an der Schnittstelle stationär-ambulant, so Dennis Giesfeldt von Coloplast, Konferenzmoderator Prof. Dr. Jörg Saatkamp vom Institut für Gesundheit der Hochschule Rosenheim und TK-Experte Lars Schindler. Das Thema Schnittstellenmanagement sei bislang von der Politik vernachlässigt worden.

Der neue Koalitionsvertrag biete aber gute Ansatzpunkte. So müssten die "Leistungslücken beim Übergang vom stationären in den ambulanten Versorgungsbereich" überwunden werden. Das Entlassungsmanagement, das den Krankenhäusern obliegt, soll dazu "durch eine gesetzliche Koordinationsfunktion der Krankenkassen ergänzt" werden. Die Möglichkeiten der Krankenhäuser, bei einer Entlassung Leistungen zu verordnen, sollen dabei ausgeweitet werden. Außerdem soll ein neues Qualitätsinstitut die Versorgungsforschung voranbringen und die Routinedaten der Krankenkassen einbeziehen. Einen sinnvollen Zukunftsweg in der Hilfsmittelversorgung skizzierten Klaus Grunau von Hollister und Hans-Heiko Müller von pfm. Details: www.bvmed.de (Presse).
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