Nutzenbewertung

Kardiologen kritisieren Nutzenbewertung

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) sieht in der im GKV-Versorgungs-Stärkungsgesetz (GKV-VStG) geforderten Nutzenbewertung für bestimmte Medizinprodukte eine "Innovationsbremse", berichtet die Ärzte-Zeitung von der DGK-Herbsttagung in Berlin. Die Regelungen würden "gewaltige Auswirkungen auf die Einführung innovativer Medizintechnik haben", so DGK-Präsident Prof. Dr. Karl-Heinz Kuck.

Das GKV-VStG sieht für Medizinprodukte mit hoher Risikoklasse, die wie etwa Implantate oder Herzschrittmacher invasiv eingesetzt werden, eine Nutzenbewertung vor. Kuck befürchte, dass sich die großen Erfolge, die in den vergangenen 20 Jahren zum Beispiel bei der Reduzierung der kardialen Sterblichkeit auch durch Innovationen bei Medizinprodukten erreicht wurden, in Zukunft nicht mehr so fortschreiben lassen. Die Frage der Zukunft werde sein, wie sich der Zusatznutzen eines Medizinprodukts überhaupt nachweisen lasse. Die Methoden der Pharmaindustrie, wie etwa Placebo-Studien, seien nicht auf MedTech übertragbar.

Das bisher in Deutschland praktizierte Prinzip, wonach Kliniken alle zugelassenen Verfahren einsetzen dürfen, so lange sie nicht verboten sind, werde womöglich durch eine Innovationsbremse abgelöst. "Wenn die Hürden so hoch sind, dass sie nicht refinanzierbar werden, dann werden wir die neuen innovativen Produkte nicht verfügbar bekommen oder nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung", warnte Kuck. Es bestehe die Gefahr, dass sich Forscher und Kliniken wegen unrealistischer Auflagen nicht mehr an MedTech-Studien beteiligen. Mehr auf: www.aerztezeitung.de / Politik & Gesellschaft.
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