Kapselendoskopie

"MedTech ambulant" zur Kapselendoskopie

Die aktuelle Ausgabe des BVMed-Newsletters "MedTech ambulant" informiert zur Kapselendoskopie in der ambulanten Diagnostik, Abrechnungsmöglichkeiten sowie zu Selektivverträgen zwischen Krankenkassen und Ärzten zur Qualitätsverbesserung in der Versorgung.

Patienten mit Erkrankungen des Dünndarms haben sehr häufig eine lange Leidenszeit, bevor ihre Erkrankung erkannt und entsprechend behandelt werden kann. Die Kapselendoskopie gibt es seit 2001 und sie wurde bereits bei mehr als 2,5 Millionen Menschen durchgeführt. Es handelt sich um eine nicht-invasive Methode zur Untersuchung des Magen-Darm-Traktes. Die dabei verwendete Kapsel hat ungefähr die Größe einer Vitamintablette und enthält neben einer Kamera, lichtstarken LEDs und einer Energiequelle auch einen Sender zur Datenübertragung. Die bildgebende Kapsel wird oral eingenommen und sendet während des gastrointestinalen Durchgangs permanent einzelne Bilder an den Arzt. Die Kapselendoskopie ist das bevorzugte Verfahren zur Untersuchung des Dünndarms bei Verdacht auf Morbus Crohn, Tumore und weitere Krankheiten. Die Dickdarm-Kapselendoskopie wird zur Darmkrebsvorsorge und -früherkennung angewendet und kann deren Akzeptanz erhöhen.

Die Kosten für eine Kapselendoskopie im stationären Bereich sind im DRG-System für alle Indikationen abgebildet. Ambulant wird die Dünndarm-Kapselendoskopie zur Suche nach Blutungsquellen im Dünndarm und zur Abklärung einer Eisenmangelanämie als Leistung nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) erstattet. Für Dickdarmuntersuchungen gibt es noch keine EBM-Regelung. Zur Kostenübernahme müssen Einzelanträge an die Krankenkasse gestellt werden. Details: bvmed.de/medtech-ambulant.
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