Moderne Wundversorgung

Wundmanagament: Kliniken sparen am falschen Ende

Von den rund vier Millionen Wundpatienten in Deutschland werden nur 800.000 angemessen behandelt, berichtet die Fachzeitschrift kma. Viele Kliniken scheuen die höheren Anschaffungskosten für moderne Wundprodukte, obwohl sich dadurch viel Leid für die Patienten vermeiden und letztlich auch Geld sparen ließe. Die Initiative Chronische Wunden (ICW) beklagt in diesem Zusammenhang, dass dem Krankenhauspersonal zudem oft das notwendige Fachwissen fehle und interdisziplinäre Zusammenarbeit nur selten stattfinde.

„Die Kosten der nicht effektiven Wundbehandlung liegen bei rund 1,4 Millionen Euro im Jahr“, erklärt Veronika Gerber, Vorstandsvorsitzende der ICW. Geld, das besser in eine geeignete Wundbehandlung fließen sollte.

Laut einer Analyse des Instituts für Versorgungsforschung der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf verbessern hydroaktive Auflagen die Heilungschancen um rund 52 Prozent. Dass trotzdem 40 Mal mehr konventionelle Wundverbände eingesetzt werden, liegt vor allem an den zunächst höheren Anschaffungskosten. Die Behandlung mit modernen Wundprodukten würde am Ende aber die Therapiekosten um 25 Prozent senken, so der BVMed. Gleiches gelte für Vorsorgemaßnahmen, wie beispielsweise druckentlastende Matratzen, die dabei helfen, Wunden gar nicht erst entstehen zu lassen.
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