Krankenhausreform

DRG-Expertenkommission nach der Sommerpause

Unmittelbar nach der Sommerpause soll eine DRG-Expertenkommission ihre Arbeit aufnehmen und erörtern, ob beispielsweise der sich wandelnde Pflegebedarf im DRG-System sachgerecht abgebildet ist. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in der Bundestagsdebatte zur 1. Lesung des Krankenhaus-Reformgesetzes (Krankenhausstrukturgesetz – KHSG) am 2. Juli 2015 an. Das Gesetz soll die Qualität der Krankenhausversorgung stärken und für „mehr Pflegekräfte am Krankenbett“, sorgen, so das Ministerium. Es soll zum 1. Januar 2016 in Kraft treten.

„Wir verbessern die finanzielle Ausstattung und sichern eine gut erreichbare Krankenhausmedizin gerade in der Grund- und Regelversorgung. Wir stärken die Qualitätsorientierung in der Krankenhausplanung und -vergütung“, fasste Gröhe die Ziele des Gesetzes zusammen. Er wies zudem darauf hin, dass er „alsbald“ die Mitglieder der Expertenkommission einberufen wolle, die beraten sollen, ob der erhöhte Bedarf von Pflegekräften, die zum Beispiel durch die Zunahme von Demenzkranken entsteht, sachgemäß im DRG-System abgebildet ist.

Kritik an dem Gesetz kommt weiterhin von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). „Diese Krankenhausreform bietet keine nachhaltige Zukunftsperspektive. Wer mehr Qualität, mehr Patientenorientierung, bessere Arbeitsbedingungen und Versorgungssicherheit haben will, muss die dafür erforderlichen Ressourcen bereitstellen und muss die systemischen Unzulänglichkeiten bei der Finanzierung des Personalbedarfs, bei den ambulanten Notfallleistungen und bei den Investitionen lösen. Dies leistet dieser Gesetzentwurf nicht“, sagte DKG-Präsident Thomas Reumann.
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