Chronische Wunden

MedTech ambulant zu Wundversorgungsstrukturen

Die aktuelle Ausgabe des Newsletters "MedTech ambulant" plädiert dafür, die Wundversorgungsstrukturen zu verbessern. Eine adäquate Versorgung komplexer Wunden ist zeitintensiv und erfordert ein hohes Fachwissen. Lange Behandlungsverläufe sind in der Wundtherapie keine Seltenheit. Die vorhandenen Versorgungsstrukturen entsprechen oft weder den aktuellen Ergebnissen medizinischer Forschung, noch lassen sie eine kostendeckende Behandlung zu. Eine Chance für verbesserte Versorgungsstrukturen sind interdisziplinäre Wundzentren oder Wundnetze, in denen die Akteure auf regionaler Ebene fachlich kooperieren. Durch leitliniengerechte Behandlungskonzepte und zertifizierte Prozesse mit spezialisierten Fachkräften wird eine hohe Versorgungsqualität sichergestellt. Die Erfolgsquote bereits bestehender Versorgungsmodelle in Form von Zentren und Netzen ist nachgewiesen hoch.

Darüber hinaus ist der Behandlungsaufwand für die Versorgung von Wunden in den heutigen Vergütungsstrukturen unzureichend abgebildet. Für das Gesundheitssystem ist diese Situation ökonomisch von großem Nachteil, da bei zu spät erfolgter Diagnose sowie bei nicht adäquater Behandlung erhebliche Folgekosten entstehen können, beispielsweise durch stationäre Behandlung und beim Diabetischen Fußsyndrom oftmals durch Amputation. Details auf: bvmed.de/medtech-ambulant. Weitere Infos: www.info-wundversorgung.de.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • BVMed-Forum „Eine Stunde Wunde“: Qualifizierte Pflege muss in der Wundversorgung weiter gestärkt werden

    Eine bessere Versorgung von Patient:innen mit chronischen oder schwer heilenden Wunden braucht speziell qualifizierte Pflegefachkräfte. „Durch die nun erfolgte Anpassung der Häusliche Krankenpflege-Richtlinie (HKP) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) und des entsprechenden Rahmenvertrags Pflege wird dieses Vorhaben nun Realität“, sagte BVMed-Verbandmittelexpertin Juliane Pohl beim Gesprächsforum „Eine Stunde Wunde“ des BVMed. „Das stärkt die Pflege und sorgt für eine stärkere Vernetzung von Versorgungsangeboten.“ Durch die Fachkompetenz in der Pflege würden zudem Ärzt:innen im Rahmen einer interdisziplinären Zusammenarbeit entlastet werden, so die Wundexpertin Inga Hoffmann-Tischner in ihrem Impulsvortrag beim BVMed-Forum. Dieser Ansatz müsse jedoch zu Ende gedacht werden: „Die Effizienz der Versorgungsstrukturen muss grundsätzlich erhöht, die Vernetzung der Akteure gestärkt und die Rollen weiterentwickelt werden“, so die Pflegeexpertin auf dem interdisziplinären BVMed-Forum, in dem die neue Rolle der Pflege in der Wundversorgung im Fokus stand. Mehr

  • Neues BVMed-Format „Eine Stunde Wunde“ | Behandlungsziel ist nicht immer Wundverschluss

    Mit Änderungen in der Arzneimittel-Richtlinie durch den G-BA im August 2020 werden Evidenz, Nutzennachweise und Studien für sogenannte „Sonstige Produkte zur Wundbehandlung“ gefordert. Das BVMed-Gesprächsformat „Eine Stunde Wunde“ diskutierte die damit verbundenen Herausforderungen mit Expert:innen aus den beteiligten Disziplinen. Prof. Dr. med. Martin Storck hob die Komplexität der Wundversorgung hervor: „Für eine erfolgreiche und qualitativ hochwertige Wundbehandlung ist es besonders wichtig, phasengerecht, also bspw. nach Wundstatus und Exsudatmenge, zu behandeln“. Entsprechend sei das Ziel beim Einsatz einer bestimmten Wundauflage nicht immer der Wundschluss, sondern unter anderem Schmerzlinderung, Keim- oder Geruchsreduktion. „Was wir jetzt brauchen, sind gemeinsam erarbeitete Kriterien zur adäquaten Nutzenbewertung der vorliegenden klinischen Evidenz und für die Durchführung von Studien zum Nutzennachweis von sonstigen Produkten zur Wundbehandlung“, so die Moderatorin und BVMed-Expertin Juliane Pohl. Mehr

  • BVMed-Umfrage zu Erstattungen in der Wundversorgung | Zwei Drittel der medizinischen Fachkräfte befürchten Verschlechterungen für Patient:innen

    Zwei Drittel der Ärzt:innen und Pflegefachkräfte in der Wundversorgung erwarten durch neue Regelungen zur Erstattung von Wundauflagen negative Folgen für Patient:innen. Das ergab eine Online-Umfrage im Auftrag des BVMed unter Ärzt:innen verschiedener Fachrichtungen und Pflegefachkräften. Die Behandlung von infizierten oder infektionsgefährdeten Wunden ist demnach für die meisten Befragten hoch relevant. Rund 70 Prozent nutzen regelmäßig antimikrobielle Wundauflagen. Antibiotika kommen nur selten zum Einsatz. Das kann sich durch neue G-BA-Regelungen ändern. Mehr


©1999 - 2022 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik