Medizinproduktegesetz - MPG

MdEP Holger Krahmer: "Keine zentrale MP-Zulassung"

"Wir müssen den bestehenden europäischen Rechtsrahmen für Medizinprodukte weiterentwickeln und stärken, aber nicht komplett verändern. Das System hat sich bewährt. Eine zentrale staatliche Zulassung wird nicht mehr Sicherheit bringen." Das sagte der FDP-Europaabgeordnete Holger Krahmer zur aktuellen Überarbeitung des Rechtsrahmens für Medizinprodukte auf der BVMed-Mitgliederversammlung in Dresden.

Krahmer ist seit 2004 Mitglied des Europäischen Parlaments und Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit. Nach seiner Ansicht müssten die Arbeit der Benannten Stellen gestärkt und die Hersteller besser überwacht werden. Bei Implantaten müsse sich auch mehr das Produkt selbst angeschaut werden. "Wir brauchen mehr Sensibilität und Augenmaß – auch um das jetzige System zu behalten und einen schnellen Zugang von Patienten zu Innovationen zu sichern", so Krahmer. Deutschland sei hier gut aufgestellt, da die vorhandenen Benannten Stellen eine große Expertise hätten.

Die Diskussion im Europäischen Parlament sei noch in der Anfangsphase. Nach Einschätzung von Krahmer werden sich aber die Befürworter einer zentralen staatlichen Zulassung nicht durchsetzen. "Wir werden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in eine zentrale behördliche Zulassung geraten. Das will auch die Europäische Kommission auf keinen Fall", sagte der Europaabgeordnete. Details unter: www.bvmed.de (Pressemitteilungen).
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