Gesundheitswirtschaft

Gesundheitswirtschaft 2016: 337 Milliarden Euro Wertschöpfung, 7 Millionen Arbeitsplätze

Die Gesundheitswirtschaft weist im Vergleich zur Gesamtwirtschaft überdurchschnittliche Wachstumsraten auf. Im vergangenen Jahr beschäftigte sie sieben Millionen Menschen und erwirtschaftete rund 337 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von zwölf Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Das geht aus einer Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) hervor, die Mitte März 2017 in Berlin vorgestellt wurde.

Dem Bericht zufolge bleibt die Branche mit einem durchschnittlichen Wachstum von 3,8 Prozent pro Jahr ein Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft. Im selben Zeitraum hat die Gesundheitswirtschaft mehr als eine Million Arbeitsplätze geschaffen. Sie hat inzwischen fast so viele Beschäftigte wie das gesamte verarbeitende Gewerbe.

Nach dem Gesundheitswirtschaftsbericht sind die stationären und die nicht-stationären medizinischen Einrichtungen in Deutschland für mehr als die Hälfte der Bruttowertschöpfung und für mehr als 60 Prozent der Arbeitsplätze innerhalb der Branche verantwortlich. Dabei verzeichneten die stationären Einrichtungen wie Krankenhäuser, Reha- und Vorsorgeeinrichtungen oder Pflegeeinrichtungen eine Bruttowertschöpfung von 94 Milliarden Euro, mithin ein Plus von 3,8 Prozent pro Jahr, während die nicht stationären Einrichtungen wie Arzt- und Zahnarztpraxen oder die ambulante Pflege bei 88 Milliarden Euro lagen und ein Plus von 4,3 Prozent pro Jahr erwirtschafteten.

Die wesentlichen Fakten zur Gesundheitswirtschaft

  • Die Bruttowertschöpfung der deutschen Gesundheitswirtschaft betrug im Jahr 2016 rund 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dies entspricht in etwa jedem achten Euro.
  • Mit einer Bruttowertschöpfung von fast 340 Mrd. Euro ist die Branche fast so groß wie das Bruttoinlandsprodukt Österreichs.
  • Die Gesundheitswirtschaft ist seit 2005 nominal in jedem Jahr gewachsen. Auch 2009, im Jahr der Finanzkrise, verzeichnete sie ein positives Wachstum. Ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft ist dabei im Zeitverlauf gestiegen: Von 10,7 % 2005 auf 12 % im Jahr 2016.
  • Die Branche ist Arbeitgeber für 7 Mio. Menschen in Deutschland.
  • Die absolute Zahl der Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft wächst kontinuierlich und stabil. Dabei steigt ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung langfristig. Seit 2005 hat die Gesundheitswirtschaft mehr als 1 Mio. Arbeitsplätze geschaffen. Sie beschäftigt inzwischen fast so viele Erwerbstätige wie das gesamte Verarbeitende Gewerbe.
  • Darüber hinaus sind ihr rund 8,2 Prozent der gesamtdeutschen Exporte zuzuschreiben – und das obwohl die Branche einen Großteil ihrer Wertschöpfung durch die Erbringung von Dienstleistungen am Patienten erzielt.
  • Die zentralen ökonomischen Kennzahlen der Gesundheitswirtschaft weisen im Vergleich zur Gesamtwirtschaft überdurchschnittliche Wachstumsraten auf.
  • Mit einem durchschnittlichen Wachstum von 3,8 Prozent p. a. bleibt die Branche ein Wachstumsmotor der deutschen Volkswirtschaft.
  • Die Zahlen verdeutlichen, dass die Querschnittsbranche Gesundheitswirtschaft von hoher und weiter zunehmender Bedeutung für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft ist. Somit leistet die Branche einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung zentraler wirtschaftspolitischer Ziele und beeinflusst diese hinsichtlich eines angemessenen und stetigen Wirtschaftswachstums und eines hohen Beschäftigungsgrads.

Zur industriellen Gesundheitswirtschaft

  • Die industrielle Gesundheitswirtschaft generiert rund ein Fünftel der Bruttowertschöpfung der gesamten Gesundheitswirtschaft
  • Die industriell geprägten Teilbereiche der Gesundheitswirtschaft werden unter der sogenannten „Industriellen Gesundheitswirtschaft“ (IGW) zusammengefasst. Zur IGW gehören u. a. die Produktion sowie der Vertrieb und Großhandel von Humanarzneiwaren und Medizintechnik.
  • Die industrielle Gesundheitswirtschaft wächst seit 2009 kontinuierlich und stärker als die deutsche Gesamtwirtschaft. Trotzdem ist ihr Wachstum leicht unterdurchschnittlich im Vergleich zur Gesundheitswirtschaft als Ganzes. Im Ergebnis ist ihr Anteil an der Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft leicht rückläufig.

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