Register

Implantateregister braucht orthopädischen Sachverstand

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) begrüßt den Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zur Errichtung eines verbindlichen Deutschen Implantateregisters. So werde die Datenbasis des bisher von der DGOOC freiwillig geführten Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD) zur Erfassung künstlicher Hüft- und Kniegelenke ausgeweitet. Das EPRD erfasst derzeit über 60 Prozent der Operationen aller Endoprothetikversorger. Damit liefert es schon heute wertvolle wissenschaftliche Daten und trifft Aussagen zur Qualität der Versorgung und Haltbarkeit der Produkte. Das Know-how der EPRD-Experten diente dem BMG für die Konzeption des neuen Registers. Nun spricht sich die Fachgesellschaft dafür aus, dass der Wissensvorsprung aus ihrer Registerarbeit auch weiterhin berücksichtigt wird: "Auch ein staatliches Register darf vom medizinischen Sachverstand nicht entkoppelt werden", warnt DGOOC-Generalsekretär Prof. Dr. Bernd Kladny.

Im 2012 von der DGOOC gemeinsam mit den Krankenkassen und den Implantatherstellern aufgebauten EPRD sind aktuell bereits mehr als eine Million endoprothetischer Operationen dokumentiert: über 560.000 Hüftgelenks- und mehr als 440.000 Kniegelenksersatzoperationen.

Die DGOOC unterstützt ausdrücklich das Vorhaben des BMG, die Teilnahme an dem neuen Register nicht nur für Krankenhäuser, ambulante Gesundheitseinrichtungen, Krankenkassen und Medizinproduktehersteller verpflichtend zu machen, sondern auch für Patienten. "Aus wissenschaftlicher Sicht ist eine vollständige Erfassung aller implantierten oder gewechselten Hüft- und Kniegelenke das Optimum. Dadurch erhalten wir vollständige Daten zur Haltbarkeit der verwendeten Endoprothesen und den Revisionszahlen", so Prof. Dr. Karl-Dieter Heller, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE). Mehr: idw-online.de (Suche: Endoprothetik).
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