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Radiotherapie bei Leberkrebs

Für Patienten mit Leberkrebs gibt es mit der "Transarteriellen Radioembolisation (TARE)" oder "Selektive Interne Radiotherapie (SIRT)" eine gut verträgliche und gezielte Behandlungsoption. Sie besteht aus Millionen winziger Glaskugeln. Jede Kugel enthält radioaktives Yttrium-90. Die Glaskugeln haben einen Durchmesser von nur 20 bis 30 Mikrometer. Das entspricht ungefähr einem Drittel des Durchmessers eines menschlichen Haars.

Die Kugeln werden durch einen dünnen flexiblen Katheter direkt in die Hauptarterie der Leber eingebracht. Sie werden dann über die Blutgefäße, die den Tumor speisen, direkt zum Tumor transportiert und lagern sich dort in den kleinen Blutgefäßen ab. Durch Strahlung werden die Tumorzellen von innen heraus zerstört. Dabei wird das umgebende gesunde Lebergewebe nur minimal geschädigt. Die Mikrokugeln geben mehr als 95 Prozent ihrer Strahlung während der ersten zwei Wochen nach der Behandlung an den Tumor ab.

Bislang wurde die Radiotherapie bei Leberkrebs weltweit mehr als 7.000 Mal als Behandlungsmethode angewandt (Stand 2014).

Für wen ist die Therapie geeignet?

Die SIRT-Therapie eignet sich für Patienten, bei denen die Leber der einzige Ort oder der Hauptort des Krebsbefalls ist. Sie hat keine Wirkung auf Tumoren außerhalb der Leber.

Bevor die Radiotherapie als Behandlungsoption in Betracht gezogen werden kann, muss der Arzt bestimmte Faktoren, wie zum Beispiel den Status der Leberfunktion, die Krankengeschichte, vorangegangene Therapien und die Blutversorgung der Leber berücksichtigen, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren und den Therapieerfolg zu optimieren.

Vorteile für die Patienten
  • Das Verfahren erfordert keinen langen Klinikaufenthalt.
  • Die Behandlung wird von den Patienten gut vertragen.
  • Auftretende Nebenwirkungen fallen in der Regel schwächer als bei vielen anderen Leberkrebstherapien aus.
  • Weil das Verfahren gezielt auf den Lebertumor gerichtet ist, bleibt das nicht behandelte Gewebe weitgehend ungeschädigt.
  • Nach der Anwendung stehen den meisten Patienten weitere Therapieoptionen offen, denn die Gefäße der Leber werden durch die Behandlung nicht blockiert.

Hier kann ein Patientenleitfaden heruntergeladen werden.

Hier finden Sie einen Film zu der Therapie auf Youtube.
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