Verbandmittel Definition

Verbandmittel-Definition im HHVG stellt phasengerechte Wundversorgung sicher – BVMed für „spezialisierte Versorgungsstrukturen“ bei chronischen Wunden

Die neue Verbandmittel-Definition, die heute vom Bundestag im Rahmen des Heil- und Hilfsmittel-Versorgungsgesetzes (HHVG) verabschiedet wurde, gewährleistet nach Ansicht des BVMed eine phasengerechte Wundversorgung der gesetzlich Krankenversicherten. Erforderlich seien nun standardisierte und spezialisierte Versorgungsstrukturen für die Behandlung chronischer Wunden, um die Versorgungssituation von Patienten mit chronischen Wunden zu verbessern, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt.

Nach der neuen Verbandmittel-Definition bleiben hydroaktive Wundauflagen auch weiterhin erstattungsfähig. Für diese Produkte sei auch ausreichende Evidenz vorhanden, so der BVMed. So habe eine Metaanalyse des Instituts für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Augustin die Überlegenheit moderner Verbandmittel gegenüber traditionellen Produkten dokumentiert. Die Abheilungschancen sind nach der Metaanalyse aus dem Jahr 2013 im Schnitt 52 Prozent höher. Für die Diagnose Ulcus cruris („Offenes Bein“) zeigt sich eine um 39 Prozent bessere Heilungschance, bei diabetischem Fuß um 49 Prozent und für Dekubitus („Druckgeschwür“) sogar um 156 Prozent bessere Aussichten auf Heilung. Die Metaanalyse von Professor Augustin umfasst 170 publizierte Studien zu Patienten mit chronischen Wunden jeder Art, bei denen eine moderne Wundbehandlung angewendet wurde.

„Zur Verbesserung der Versorgung chronischer Wunden benötigen wir nun - in einem nächsten Schritt - standardisierte und spezialisierte Versorgungsstrukturen“, fordert der BVMed. Dies könne durch ein strukturiertes Behandlungsprogramm (DMP) oder durch eine spezialisierte ambulante Wundversorgung (SAWV) erfolgen.

Link zur Metaanalyse und weitere Infos: www.info-wundversorgung.de
  • Weitere Artikel zum Thema
  • 7 MedTech-Punkte für die Koalitions-Verhandlungen

    Der BVMed fordert im Vorfeld der Koalitionsverhandlungen mehr Transparenz bei den Entscheidungen der Selbstverwaltung und deren Gremien. "Dazu bedarf es einer aktiven Beteiligung der Patientenverbände, der Fachgesellschaften, der Pflege und der Hersteller an den Entscheidungsprozessen von Selbstverwaltung und Gremien", sagte der Stellvertretende BVMed-Vorstandsvorsitzende Stefan Widensohler auf dem BVMed-Herbst-Treff. Weiterlesen

  • Die Wundbehandlung von Patienten mit chronischen Wunden ist ein entscheidender Faktor für die Genesung der Betroffenen. Die Versorgung ist auch ein besonderes Beispiel für die Herausforderungen, vor denen das Gesundheitssystem in diesen Fällen steht, denn eine angemessene Versorgung muss multidisziplinär, interprofessionell und intersektoral erfolgen. In der ablaufenden Legislaturperiode hat die Große Koalition das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) verabschiedet, das aus Sicht des BVMed eindeutig den politischen Willen zur Verbesserung der Wundversorgung artikuliert. Wie soll es in diesem Bereich nach der Bundestagswahl 2017 weitergehen?

    Die Initiative Moderne Wundversorgung des BVMed hat von CDU (MdB Dr. Roy Kühne), SPD (Partei und MdB Martina Stamm-Fibich) Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke ihre künftigen Pläne erfragt. Die vollständigen Fragen und Antworten finden Sie hier. Weiterlesen

  • Die gesetzlichen Krankenkassen haben im 1. Halbjahr des Jahres 2017 einen Überschuss von rund 1,41 Milliarden Euro erzielt, berichtet das Bundesgesundheitsministerium. Damit steigen die Finanzreserven bis Mitte 2017 auf rund 17,5 Milliarden Euro. Die Kassen hätten damit "gute Spielräume, ihre Versicherten mit hochwertigen Leistungen" zu versorgen, so Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Weiterlesen


©1999 - 2017 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik