Telekardiologie

DGK bemängelt Versorgungslücke bei Vorhofflimmern

Herzrhythmusstörungen gehören zu den verbreitetsten Herzerkrankungen mit zunehmender Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit. Die häufigste anhaltende Rhythmusstörung ist Vorhofflimmern, das zu Schlaganfällen führen kann. Das international etablierte diagnostische Verfahren zum Nachweis dieser Herzrhythmusstörungen ist der implantierbare Ereignis-Rekorder (implantierbarer Loop-Recorder, ILR). Er überwacht den Herzrhythmus kontinuierlich und sendet die Daten telemedizinisch an den Arzt.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) bemängelt in einem Positionspapier, dass in Deutschland in der Versorgung mit ILRs eine nicht akzeptable Situation bestehe. Bei Hochrisikopatienten im stationären Bereich kann die Abrechnung über eine entsprechende DRG-Ziffer erfolgen. Jedoch wird die Kostenerstattung LR-Implantation in vielen Fällen vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen abgelehnt. Zudem sei die Nachsorge nicht Bestandteil des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM), weshalb eine Abfrage der Systeme bei GKV-Patienten nicht möglich ist.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Ambulante Versorgung: GBA entscheidet pro Herzinsuffizienz-Telemedizin

    Nach jahrelangen Diskussionen macht der Gemeinsame Bundesausschuss die telemedizinische Versorgung bei schwerer Herzinsuffizienz zum Teil der ambulanten ärztlichen Versorgung. Doch der Teufel steckt im Detail, berichtet die ÄrzteZeitung Online. Weiterlesen

  • Eckert Baier hat eine Herzmuskelschwäche: Die telemedizinische Fernbetreuung gibt ihm Sicherheit und Lebensqualität

    Mit Mitte 50 hat Eckert Baier eine langwierige Erkältung mit starkem Husten, die er nicht gut auskuriert. Der heute 70-Jährige ahnt nicht, dass die daraus resultierende Lungenentzündung sein Herz angreift und den Herzmuskel dauerhaft schädigt. Nachdem er einige Wochen später ständig müde und schnell erschöpft ist, stellt sein Arzt bei einer Untersuchung eine Herzmuskelschwäche fest. Medikamente helfen ihm über ein Jahrzehnt lang, normal zu leben. Als sich sein Zustand mit Ende 60 aber erneut verschlechtert, rät sein Herzchirurg ihm zur Implantation eines Defibrillators. 2019 findet die Operation statt. Heute fühlt sich Eckert Baier wieder besser – und ist mit seinem Sicherheitsnetz fürs Herz sehr zufrieden. Weiterlesen

  • MdB Sorge beim BVMed: "Daten für die Industrie besser nutzbar machen"

    Der CDU-Bundestagsabgeordnete Tino Sorge, Berichterstatter seiner Fraktion für Digitalisierung und Gesundheitswirtschaft, hat sich auf dem digitalen Gesprächskreis Gesundheit des BVMed für einen besseren Zugang der Gesundheitswirtschaft zu Versorgungsdaten ausgesprochen. „Wir müssen die vorhandenen Daten für die Industrie besser nutzbar machen“, so Sorge. Weiterlesen


©1999 - 2021 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik