Erste Hilfe

Verbandkasten im Auto ist auch im Ausland Pflicht – BVMed: „Vollständigkeit und Verfalldatum des Verbandkastens vor dem Urlaub prüfen!“

Die Sommerferien stehen vor der Tür: Wer mit dem eigenen Auto oder Motorrad in den Urlaub fährt, sollte vor dem Start einen Blick auf den Verbandkasten werfen, um Vollständigkeit und Verfalldatum der sterilen Inhaltsteile zu prüfen. Darauf weist der Fachbereich „Erste Hilfe“ im Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, hin. Die Pflicht zum Mitführen eines geeigneten Verbandkastens gilt im Übrigen nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern in nahezu allen europäischen Ländern. Auch bei der Übernahme eines Mietwagens im Urlaubsland empfiehlt sich deshalb, auf einen funktionstüchtigen Verbandkasten zu achten.

Beim Packen für die Urlaubsreise per Auto oder Motorrad sollte dieser Check zur Routine gehören: Ist alles im Kasten, was laut detaillierter Inhaltsübersicht und DIN-Norm 13164 drin sein muss? Sind die sterilen Inhaltsteile noch in Ordnung oder ist ihr Verfalldatum überschritten? Ebenso wie in Deutschland gilt auch in Belgien, Dänemark, Frankreich, Finnland, Griechenland, Italien, Kroatien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien und Ungarn die Pflicht zum Mitführen eines vollständig ausgestatteten Verbandkastens. Wer im Urlaubsland mit einem Mietfahrzeug unterwegs ist, sollte bei der Übernahme auch nach dem Verbandkasten schauen – oder einfach das eigene Erste-Hilfe-Produkt mitbringen und ins Urlaubsauto legen.

Der äußere Eindruck kann täuschen: Ein nie benutzter Verbandkasten, der zum ersten Mal geöffnet wird, sieht doch noch prima aus. Auf den ersten Blick sicherlich – aber das Verfalldatum für die sterilen Erste-Hilfe-Materialien kommt nicht von ungefähr. Extreme Temperaturen in den Sommer- und Wintermonaten setzen den Verpackungen ebenso stark zu wie hohe Sonneneinstrahlung bei unsachgemäßer Lagerung im Fahrzeug. Die keimfreien Inhaltsteile haben daher auf der Verpackung einen Aufdruck mit ihrem Verfalldatum. Ist es überschritten, verfällt die Herstellergarantie für die Sterilität der Kompressen und Verbände. Alle abgelaufenen Produkte im Verbandkasten sollten deshalb umgehend durch „frische“ ersetzt werden.

Die abgelaufenen Inhaltsteile sollten im Übrigen tatsächlich entsorgt werden – ohne beispielsweise einen mehrjährigen „Zwischenaufenthalt“ in der Haushaltsapotheke. Denn auch bei Erste-Hilfe-Leistungen im häuslichen Umfeld muss die sterile Versorgung offener Wunden gewährleistet sein. Wer den Aufwand nicht scheut, kann mit den abgelaufenen Produkten aus seinem Verbandkasten aber auch einen Beitrag zur Verbesserung der allgemeinen medizinischen Versorgung leisten: Beispielsweise nehmen einige Anbieter von Erste-Hilfe-Kursen für Aus- und Weiterbildungszwecke gerne abgelaufene Verbandsmaterialien an. Im Internet finden sich hier unter den einschlägigen Adressen weitere Informationen.

Weitere Informationen zum Thema: www.bvmed.de/themen/verbandkasten

Pressebild zu dieser Meldung: www.bvmed.de/bilderpool/produkte/bilder_erste_hilfe

Direktlink zu dem hochauflösenden Bild:
http://www.bvmed.de/bilderpool/produkte/bilder_erste_hilfe/?getimagefrompool=32721

Bildunterschrift:
Ist das Verfalldatum der steril verpackten Inhaltsteile im Verbandkasten überschritten? Vor dem Start in den Urlaub empfiehlt sich ein prüfender Blick in den Verbandkasten von Auto oder Motorrad: Sanduhr und Jahres-/Monatsangabe auf jeder sterilen Verpackung informieren über das Ablaufdatum.

Foto: BVMed 2011, Abdruck honorarfrei

Medienkontakt:
Manfred Beeres
Leiter Kommunikation/Pressesprecher
Tel: 030 246 255-20
E-Mail: beeres(at)bvmed.de
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Europäischer Stomakongress ECET in Rom: "Maßstäbe für eine qualitative Versorgung von Stomapatienten definieren"

    Stoma-Versorgungsexperten aus ganz Europa wollen künftig gemeinsam "Maßstäbe für eine qualitative Versorgung von Stomapatienten" definieren. Dazu soll ein europaweiter, interdisziplinärer Austausch zwischen allen an der Versorgung Beteiligten wie Stomaversorgern, Selbsthilfegruppen sowie Fachmedizinern wie Darmkrebsärzten initiiert werden. Das ist ein Ergebnis einer Podiumsdiskussion auf dem europäischen Stoma-Kongress ECET in Rom unter Beteiligung des Bundesverbandes Medizintechnologie, BVMed. "Wir müssen vor allem das Bewusstsein dafür stärken, welchen Mehrwert Hilfsmittel- und Homecare-Unternehmen und die richtige Versorgung für den Patienten, die Versorgungspartner und das Gesundheitssystem in der Stomaversorgung erbringen", sagte BVMed-Expertin Juliane Pohl, Leiterin des BVMed-Referats Homecare, auf dem europäischen Kongress. Weiterlesen

  • Vor der Urlaubsfahrt prüfen: Verbandkasten vollständig, Warnwesten dabei?

    Bei einem Notfall ist er unverzichtbar: Ein Verbandkasten darf in keinem Fahrzeug fehlen. Mit dem Beginn der Urlaubszeit erinnert der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) daran, einen prüfenden Blick auf das Innenleben des Kastens zu werfen: Ist der Inhalt noch vollständig? Und ist das Verfalldatum der steril verpackten Inhaltsteile möglicherweise bereits überschritten? Auf die Checkliste vor dem Start in die Ferien gehören außerdem genormte Warnwesten für alle Mitreisenden – ebenso wie der Verbandkasten sollten sie griffbereit im Koffer- oder Fußraum verstaut werden. Weiterlesen

  • Pflegefälle: Rund drei Viertel aller Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt

    Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts sind in Deutschland rund 3,5 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes. Davon werden mittlerweile etwa 75 Prozent zu Hause gepflegt. Die meisten Pflegebedürftigen benötigen Pflege- und Hilfsmittel zur Erleichterung ihres Alltags. Für jeden Pflegebedürftigen mit einem Pflegegrad, der zu Hause von Angehörigen betreut wird, besteht deshalb ein rechtlicher Anspruch auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel im Wert von bis zu 40 Euro pro Monat. Weiterlesen


©1999 - 2019 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik