Renale Denervierung

Neuer Patientenfilm zur Behandlung von Bluthochdruck

BVMed-Filmservice informiert über "renale Denervation" bei therapieresistentem Bluthochdruck

Ein neuer Patientenfilm des BVMed informiert über ein schonendes und innovatives Verfahren zur Behandlung von Patienten mit "therapieresistentem Bluthochdruck" (Hypertonie) mit moderner Medizintechnologie. Bei der "renalen Denervation" (RDN) handelt es sich um ein kathetergestütztes Veröden von überaktiven Nierennerven, um eine dauerhafte Absenkung des Bluthochdrucks zu bewirken. Ergänzt wird der Informationsfilm durch ein ausführliches Experteninterview mit Dr. Felix Mahfoud von der Klinik für Kardiologie und Angiologie des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg/Saar. Der Film und das Experteninterview sind abrufbar unter www.bvmed.de/filme. Die Adresse des Youtube-Kanals des BVMed mit rund 30 Informationsfilmen lautet www.youtube.de/medizintechnologien.

Bluthochdruck ist eine heimtückische Krankheit mit erheblichen Folgerisiken. Rund 50 Prozent aller erwachsenen Deutschen leiden daran – sehr viele, ohne davon zu wissen. Denn jahrelang verursacht Bluthochdruck keine direkten Beschwerden. Und doch ist er die häufigste Ursache für Herz-Kreislauferkrankungen. Jeder Zweite stirbt sogar daran. Dauerhafter Bluthochdruck verändert die Gefäße und kann so langfristig zu Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenversagen führen. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung ist deshalb lebenswichtig. Wenn Medikamente den Blutdruck nicht senken können, kann die "renale Denervation" helfen. Bei diesem Eingriff werden die überaktiven Nierennerven verödet, die den Bluthochdruck auslösen. Denn die Nieren "haben bei der Regulation des Blutdrucks und des Stressnervensystems eine ganz besondere Bedeutung", so Dr. Mahfoud in dem BVMed-Film.

Der Informationsfilm erzählt die Geschichte von Gemeindebürgermeister Willi Schwarz, der jahrelang unter extrem erhöhten Bluthochdruck litt. Verschiedene Medikamente brachten nicht die erhoffte Senkung. Erste Schäden an Organen machten sich bereits bemerkbar, sein Herz begann zu schwächeln. Willi Schwarz war einer der ersten Patienten, die in der Uniklinik des Saarlandes in Homburg mit der renalen Denervation behandelt wurden. Seitdem hat sich sein Blutdruck vollkommen normalisiert – um fast die Hälfte der alten Werte. Zudem zeigen sich positive Effekte an anderen Organen, insbesondere dem Herz.

Die renale Denervation kommt grundsätzlich für all jene Patienten infrage, die trotz eines gesunden Lebensstils an dauerhaft hohem Blutdruck leiden, bei denen Medikamente aber keine ausreichende Wirkung zeigen. Allein in der Uniklinik des Saarlandes wurden inzwischen eine Vielzahl Hypertoniepatienten mit der renalen Denervation therapiert. Aus Anlass einer aktuellen Studie sind in letzter Zeit Zweifel an der Wirksamkeit der Methode diskutiert worden. Dr. Mahfoud erklärt im Experteninterview, wie und warum sie funktioniert, für wen sie infrage kommt – und erläutert die neue Studie aus den USA. Es gebe viele Studien, die ein positives Ergebnis für das Verfahren gezeigt haben. Dass die neue Studie aus den USA den von der Behörde FDA vorgegebenen Studienendpunkt nicht erreicht habe, liege beispielsweise daran, dass es bei FDA-Zulassungsstudien aufgrund der Bevölkerungsstruktur in den USA andere Einschlusskriterien gibt als in Europa und es bei dieser Patientengruppe andere Ursachen für den Bluthochdruck gebe. Zudem seien 300 Patienten in der US-Studie von über 100 Ärzten behandelt worden. Wichtig sei aber, dass der Eingriff von erfahrenen Spezialisten durchgeführt werde, so Dr. Mahfoud.

Der Film und das Experteninterview sind unter www.bvmed.de/filme abrufbar.

Im Filmservice des BVMed sind bereits folgende Themen erschienen:

- Lebensqualität trotz Inkontinenz - Versorgung mit modernen Hilfsmitteln
- Neurostimulation - Hilfe bei Epilepsie und Migräne
- Sicherheit und Qualität beim Gelenkersatz
- Neue Therapie gegen Krampfadern
- Telekardiologie: mehr Patientensicherheit, weniger Kosten
- Schonender Herzklappenersatz per Katheter
- Bauchfell-Dialyse: Unabhängig leben trotz Nierenversagen
- Wirbelkörper-Brüche: Schmerzfrei durch moderne Technologien
- Gebärmutter-Myome: rettender Infarkt statt Totaloperation
- Neurostimulation: Impulse für neue Lebensqualität
- Künstliche Bandscheiben: neue Beweglichkeit ohne Schmerzen
- Krankhafte Fettsucht: Hilfe aus der Chirurgie
- Technik ohne Nebenwirkungen: Diagnose im Darm
- Nanotechnologie - schonende Therapie gegen Tumore
- Heilen mit Biotechnologie - Knorpelersatz im Knie
- Patientenmobilität durch Infusionstherapien
- Fortschritte beim Gelenkersatz
- Sicherheitsprodukte vermeiden Nadelstichverletzungen
- Neue Verfahren in der Augenchirurgie
- Moderne Wundversorgung
- Medikament-freisetzende Stents
- Kardio: "Schrittmacher Medizintechnologie"
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