Hörgeräteversorgung

Neue BVMed-Infokarte informiert über Hörgeräte-Versorgung

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, informiert mit einer neuen Infokarte "Hörgeräteversorgung" über Versorgungsansprüche, Erstattungsfragen und Versorgungswege in der Hörgeräteversorgung auf dem aktuellen Stand nach dem neuen Heil- und Hilfsmittel-Versorgungsgesetz (HHVG). Die Infokarte kann unter www.bvmed.de/infokarten heruntergeladen oder beim BVMed bestellt werden.

Gesetzlich Versicherte haben nach § 33 Abs. 1 SGB V einen Anspruch auf eine aufzahlungsfreie Versorgung mit Hörhilfen. Der Versorgungsanspruch des Patienten umfasst neben der Bereitstellung des Produkts auch die hierfür erforderlichen Dienstleistungen wie Anpassung, Testen der Geräte, Wartung und Reparatur. Der Leistungserbringer muss dem Versicherten eine für ihn geeignete, qualitativ hochwertige, aufzahlungsfreie Versorgung mit Hörgeräten anbieten. Dabei besteht die Möglichkeit, dass der Versicherte eine höherwertige Versorgung erhält, die "über das Maß des Notwendigen hinausgeht". In diesem Fall hat er die entstehenden Mehrkosten zu tragen. Der Leistungserbringer ist aber stets verpflichtet, den Versicherten über die Möglichkeiten einer aufzahlungsfreien Versorgung aufzuklären.

Die BVMed-Infokarte informiert auch über die beiden unterschiedlichen Versorgungswege der Hörgeräteversorgung für den Patienten:

1. Hörgeräteversorgung über Hörakustikfachgeschäft: Der Hörakustiker führt auf Grundlage der HNO-ärztlichen Verordnung die Versorgung durch, berät den Patienten bei der Auswahl des passenden Hörgeräts und passt dieses schließlich individuell an.

2. Hörgeräteversorgung über den verkürzten Versorgungsweg: Die Versorgung kann direkt durch den HNO-Arzt erfolgen. Hierbei arbeitet der Hörakustikmeisterbetrieb Hand in Hand mit dem behandelnden HNO-Arzt. Dieser berät den Patienten in seiner HNO-Praxis auf Grundlage audiometrischer Messungen bei der Auswahl des geeigneten Hörgeräts aller Hersteller. Die Versorgung über den verkürzten Versorgungsweg erfolgt auf der Grundlage eigener Verträge nach § 128 SGB V. Die Krankenkasse oder der behandelnde HNO-Arzt können dem Patienten auf Nachfrage darüber Auskunft geben, ob ein entsprechender Versorgungsvertrag besteht und er die Hörgeräteversorgung über den verkürzten Versorgungsweg erhalten kann.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Weitere rechtliche Anpassungen bei Hilfsmittelverträgen | BVMed für mehr Kompetenzen der Aufsichten und konsequentes Vertragscontrolling

    Der BVMed spricht sich in seiner Stellungnahme zur Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages am 15. Januar 2020 für die Einführung eines verbindlichen, bundesweit einheitlichen und transparenten Vertragscontrollings im Hilfsmittelbereich aus. Der BVMed unterstützt das Vorhaben der Regierungsfraktionen, mit einem Änderungsantrag zum Medizinprodukte-Anpassungsgesetz-EU (MPAnpG-EU) Verbesserungen in der Patientenversorgung mit Hilfsmitteln zu erzielen, beispielsweise durch mehr Kompetenzen für die Aufsichtsbehörden der Krankenkassen oder durch einen Schiedsmechanismus, der Uneinigkeiten bei Vertragsverhandlungen lösen soll. Weiterlesen

  • "Jeder Mensch hat das Recht, vor Krankenhausinfektionen geschützt zu werden"

    Bei der Vermeidung von Krankenhausinfektionen kommt der Prävention durch konsequente Hygienemaßnahmen ein herausragender Stellenwert zu. Diese besteht aus einem ganzen Bündel an Maßnahmen, die richtig kombiniert werden müssen, um bestmögliche Hygiene zu erreichen. Das verdeutlichten die Experten des 8. BVMed-Hygieneforums "Prävention von Krankenhausinfektionen" am 10. Dezember 2019 mit rund 130 Teilnehmern in Berlin. Aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) sprechen von 400.000 bis 600.000 Krankenhausinfektionen jährlich in Deutschland – davon bis zu 20.000 Todesfällen. "Wir müssen deshalb einen besseren Infektionsschutz etablieren. Jeder Mensch hat das Recht, vor nosokomialen Infektionen geschützt zu werden", fasste Moderatorin Delia Strunz die Forderungen der BVMed-Experten zusammen. Nach Ansicht der Hygieneexpertin Prof. Dr. Christine Geffers von der Charité sei es für Kliniken und Arztpraxen wichtig, alle erforderlichen Präventionsmaßnahmen in einem Maßnahmenbündel zusammenzufassen und deren Einhaltung regelmäßig durch Checklisten sicherzustellen. Dr. Nicole Steinhorst vom BVMed-Fachbereich "Nosokomiale Infektionen" (FBNI) verwies auf die unterstützenden Infografiken und Informationsmaterialien des BVMed zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen. Weiterlesen

  • BVMed zu Rahmenempfehlungen für Hilfsmittelverträge: „Chance zum Bürokratieabbau vertan“

    Nach drei Jahren Verhandlungen zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern inklusive einem Schiedsverfahren stellt der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, ernüchtert fest: Mit den neuen Rahmenempfehlungen ist eine große Chance zum Bürokratieabbau im Hilfsmittelbereich von der Krankenkassenseite vertan worden. „Jetzt müssen wir auf den Gesetzgeber hoffen, durch die Digitalisierung der Prozesse bei der Hilfsmittelversorgung für die dringend erforderlichen Vereinheitlichungen und Vereinfachungen zu sorgen. Weniger Verwaltungsaufwand bedeutet mehr Kapazitäten für die Patientenversorgung“, so BVMed-Hilfsmittelexpertin Juliane Pohl. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik