Dekubitus

Nationaler Anti-Dekubitus-Tag am 16. November 2013 - BVMed: "Wer betroffen ist, sollte zum Spezialisten gehen!"

Das Dekubitus Forum des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) hat im Vorfeld des nationalen Anti-Dekubitus-Tages am 16. November 2013 (www.icwunden.de) auf die große Bedeutung der Dekubitus-Vorbeugung für gefährdete Patienten und das Gesundheitssystem insgesamt hingewiesen. "Druckgeschwüre werden zwar immer noch tabuisiert. Sie stellen aber eine der größten Herausforderungen dar, mit denen sich die Medizin bei der Pflege immobiler Patienten auseinandersetzen muss", so BVMed-Hilfsmittelexpertin Daniela Piossek. Die Dekubitus-Versorgung ist ein komplexes und individuelles Thema. Besonders wichtig ist die frühzeitige Einbindung von Experten. Die klare Botschaft: "Wer betroffen ist, sollte zum Spezialisten gehen! Der Spezialist wird sich um das individuelle Problem und dessen Lösung kümmern, er wird nicht pauschal urteilen und handeln, er wird nicht ohne Beratung vor Ort ein Hilfsmittel liefern", so Piossek. Informationen rund um das Thema Dekubitus-Vorbeugung und -Versorgung gibt es unter www.dekubitus-forum.de.

Vorsichtigen Schätzungen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes zufolge erleiden jährlich rund 400.000 Patienten einen Dekubitus. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher. Und aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Dekubitus-Problematik weiter an Bedeutung gewinnen. Um Verbesserungen in der Versorgung zu erzielen, plädiert das Dekubitus Forum des BVMed für eine interdisziplinär orientierte Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Anwendern, Wissenschaft und Krankenkassen. "Die Zusammenarbeit von Spezialisten ist die Basis für den Erfolg bei der notwendigen Reduzierung von Druckgeschwüren bei immobilen Patienten", so der BVMed.

Die aktuelle Versorgungssituation sieht das Dekubitus Forum kritisch. Nach Meinung der Experten würden in Deutschland täglich mehrere hundert Patienten auf der Basis von irreführenden Informationen, Falschaussagen, Wissensdefiziten und nicht haltbaren Annahmen zu Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen versorgt. Leidtragende der Fehlentwicklung der letzten Jahre in einem der sensibelsten und folgekostenträchtigsten Versorgungssegmente seien die Patienten.

Das Dekubitus Forum, das durch Mitgliedsunternehmen des BVMed-Fachbereichs "Hilfsmittel gegen Dekubitus" gegründet wurde, hat sich deshalb unter anderem zum Ziel gesetzt, eine patientenorientierte Versorgung und Produktauswahl durch Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Informationen für Patienten und Angehörige, Versorgungsleitfäden und Erhebungsbögen für Ärzte und Pflegekräfte gibt es unter www.dekubitus-forum.de.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Zweiter Hilfsmittel-Mehrkostenbericht des GKV-Spitzenverbandes | BVMed für differenzierte Analyse der Mehrkosten und Diskurs über Qualitätsansprüche

    Der BVMed hält einen differenzierten Blick auf den in dieser Woche vom GKV-Spitzenverband vorgelegten Mehrkosten-Bericht bei Hilfsmitteln für notwendig. „Grundsätzlich ist es positiv, dass 80 Prozent der Hilfsmittel-Versorgungen ohne Mehrkostenzahlungen der Versicherten erfolgen. Das zeigt: Wir haben insgesamt eine gute Hilfsmittel-Versorgung in Deutschland, die es zu erhalten gilt“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Insgesamt müsse der Bericht aber zwischen den Krankenkassen und innerhalb der Produktgruppen stärker differenzieren, um die Aussagekraft zu erhöhen. Außerdem fordert der BVMed einen Diskurs über die Qualitätsansprüche an die Hilfsmittel-Versorgungen. Weiterlesen

  • Neue BVMed-Infokarte zur Verordnung von Hilfsmitteln mit Sicherheitsmechanismus

    Der BVMed hat eine neue Infokarte zur „Verordnung von Hilfsmitteln mit Sicherheitsmechanismus“ aufgelegt. Sicherheitsprodukte wie Injektions-, Port- oder Pen-Kanülen mit Sicherheitsmechanismus werden nach der erfolgten Anpassung des Hilfsmittel-Verzeichnisses (HMV) nun von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet, wenn Angehörige oder Fachpersonal beispielsweise in Pflegeheimen die Versorgung für den Patienten übernehmen. Die Hilfsmittel können zu Lasten der GKV verordnet werden und sind nicht budget- bzw. richtgrößenrelevant. Die BVMed-Infokarte informiert über den gesetzlichen Anspruch, die Verordnung von Sicherheitsprodukten sowie die entsprechenden HMV-Kategorien. Weiterlesen

  • BVMed-Mitgliederversammlung: "Belange des Mittelstands stärker berücksichtigen"

    Die Belange der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) müssen bei der Bekämpfung der COVID-19-Folgen und im Rahmen der anstehenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft stärker berücksichtigt werden. Das sagte der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan auf der ersten digitalen Mitgliederversammlung des MedTech-Verbandes am 19. Juni 2020 in Berlin. "Die Medizintechnik-Branche ist in Deutschland mit ihren über 215.000 Beschäftigten ein Herzstück des Mittelstands. Über 93 Prozent der Unternehmen sind KMUs", so der BVMed-Vorsitzende. Die Branche benötige Unterstützung, um die Auswirkungen der COVID-19-Krise zu überwinden. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik