Erstattung Hilfsmittel

"Inkontinenzversorgung muss patientenzentriert sein"

Eucomed und BVMed legen neues Positionspapier zu Inkontinenzhilfen vor

Die Entscheider im Gesundheitssystem sollten die Relevanz und Komplexität der Inkontinenzversorgung anerkennen und eine individuelle Beurteilung ermöglichen, welche Produkte und Dienstleistungen für die von Inkontinenz Betroffenen geeignet sind. Darauf weisen der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) und sein europäischer Dachverband Eucomed in einem neuen Positionspapier "zu einer patientenzentrierten, finanzierbaren und nachhaltigen Versorgung mit Inkontinenzhilfen" hin. Das Papier kann unter www.bvmed.de/inko-positionspapier heruntergeladen werden.

In Deutschland sind rund 6 Millionen Menschen von Inkontinenz betroffen. Experten schätzen die Dunkelziffer sogar auf 9 Millionen Betroffene. Für jede Form der Inkontinenz gibt es geeignete Therapien und moderne saugende und ableitende Inkontinenzprodukte, die bequem, unauffällig und sicher in allen Lebenslagen schützen. Wichtig: Jeder Betroffene sollte wegen einer Diagnose und einer eventuellen Verordnung von Inkontinenzprodukten zum Arzt gehen!

Zu den Kernforderungen des Positionspapiers gehören die Anerkennung der Inkontinenz als ein komplexes Krankheitsgeschehen, die Unterstützung bei der Bereitstellung von Informationen über die Krankheit und ihre Behandlung für die Patienten sowie die Förderung eines patientenzentrierten Ansatzes in der Inkontinenzbehandlung, bei dem Wert auf Transparenz und Wahlfreiheit der Patienten gelegt wird.

"Die Inkontinenzversorgung sollte nicht als Massengeschäft betrachtet werden. Die komplexen Symptome erfordern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Neben produktspezifischen Faktoren sollten am Anwender und dem Gebrauch orientierte Faktoren berücksichtigt werden", heißt es in dem Papier.

Patienten und Pflegende sollten Zugang zu Produkt- und Serviceinformationen haben und frei die Produkte und Pflegeleistungen auswählen können, die sie benötigen. "Patienten, die mit Inkontinenz leben und Medizinprodukte nutzen, stellen eine heterogene Gruppe dar, weil sich die Ursachen ihrer Inkontinenz und ihre individuellen Bedürfnisse stark unterscheiden. Da es keine einheitliche Lösung für alle gibt, müssen die Patienten Zugang zu allen verfügbaren Informationen und Produkten haben", so die Experten.

Mehr zum Thema unter www.bvmed.de/inko.

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