Hörgeräteversorgung

Hörgeräteversorgung: Ersatzkassen ermöglichen den "Verkürzten Versorgungsweg"

Versicherte der Ersatzkassen haben seit dem 1. Dezember 2018 mehr Wahlfreiheit bei der Hörgeräteversorgung. Künftig ist für Versicherte der TK, BARMER, DAK, KKH, hkk und HEK auch der sogenannte "Verkürzte Versorgungsweg" mit einer Hörgeräteversorgung aus einer Hand über den HNO-Arzt möglich. Darauf weist die "Qualitätsinitiative Verkürzter Versorgungsweg (QVV)" im Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hin. Mehr Informationen zum verkürzten Versorgungsweg und zur QVV-Initiative gibt es unter www.bvmed.de/qvv.

Nach einer Verlautbarung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) können die Versicherten der Ersatzkassen künftig wählen, ob sie sich bei der Auswahl eines Hörgerätes von einem Hörakustiker oder einem HNO-Arzt beraten lassen wollen. Ein entsprechender Vertrag ist zum 1. Dezember 2018 in Kraft getreten. Rund 300 HNO-Praxen nehmen an dem verkürzten Versorgungsweg teil, weitere sollen nach vdek-Angaben folgen. Nach dem vdek-Vertrag können die Versicherten zwischen mindestens fünf aufzahlungsfreien digitalen Hörgeräten wählen. Diese entsprechen beim Ausgleich des Hördefizits und bei der Verbesserung des Sprachverstehens dem aktuellen Stand von Medizin und Technik.

Unter dem verkürzten Versorgungsweg versteht man die arbeitsteilige Versorgung von Patienten mit Hörsystemen direkt in der HNO-Praxis. Hierbei arbeitet der Hörakustik-Meisterbetrieb Hand in Hand mit dem behandelnden HNO-Arzt. Wesentliche Vorteile des verkürzten Versorgungswegs sind aus Sicht der QVV-Initiative im BVMed:

  • kontinuierliche audiologische und medizinische Begleitung;
  • enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen HNO-Praxis und Hörgeräteakustikmeisterbetrieb;
  • Bündelung der Kompetenzen der medizinischen und audiologischen Versorgung;
  • durchgängige ärztliche Begleitung ermöglicht ganzheitliche Betrachtung und Reaktion auf Gesundheitszustand des Patienten;
  • Erst- und Folgeversorgung stets unter HNO-ärztlicher Kontrolle.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • 9 von 10 Patienten sind mit verkürztem Versorgungsweg in der Hörgeräte-Versorgung zufrieden - Durchschnittliche Aufzahlungshöhe ist deutlich niedriger

    90 Prozent der Patienten sind mit dem verkürzten Versorgungsweg in der Hörgeräte-Versorgung über den HNO-Arzt zufrieden. Das ist das Ergebnis einer Befragung von knapp 5.000 versorgten Patienten durch die „Qualitätsinitiative Verkürzter Versorgungsweg (QVV)“ im Bundesverband Medizintechnologie, BVMed. 90 Prozent äußerten sich zufrieden mit dem Hörgerät, 89 Prozent mit der Beratung. Weiterlesen

  • Urteil zur Hörgeräteversorgung: Verkürzter Versorgungsweg ohne Hörakustik-Meisterbetrieb nicht möglich

    Der "verkürzte Versorgungsweg" in der Hörgeräteversorgung direkt in der HNO-Praxis benötigt geschultes Praxispersonal und die Zusammenarbeit mit einem Hörakustik-Meisterbetrieb über eine gesicherte Internetverbindung zur Feineinstellung der Hörgeräte. Die selbstständige Ausübung des Hörakustik-Handwerks durch einen selbständigen Gewerbetreibenden ohne Meisterbrief und Eintragung in die Handwerksrolle ist in der HNO-Praxis dagegen rechtlich unzulässig, urteilte das Verwaltungsgericht München. Darauf weist die "Qualitätsinitiative Verkürzter Versorgungsweg (QVV)" im BVMed hin. Weiterlesen

  • Qualitätsinitiative "Verkürzter Versorgungsweg" (QVV)

    Die Mitglieder des FBVV setzen sich für die patientenorientierte, medizinisch notwendige Sicherstellung der Qualität in der Hörgeräteversorgung ein. Eigens dafür haben sie neben den gesetzlichen und vertraglichen Anforderungen zusätzliche Qualitätsmerkmale erarbeitet. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik