DMP-Programme

GVWG-Anhörung: BVMed für Verbesserungen beim geplanten Adipositas-DMP

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, begrüßt in seiner Stellungnahme zum Gesundheitsversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (GVWG) grundsätzlich die Einführung eines strukturierten Behandlungsprogramm (DMP) Adipositas, schlägt dazu aber zahlreiche Verbesserungen vor. „Im Rahmen des vorgesehenen DMP müssen nicht nur die bestehenden Leistungen besser strukturiert, sondern leitlinienkonforme Leistungen auch in die GKV-Versorgung aufgenommen werden“, fordert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll zur GVWG-Anhörung am 19. November 2020. Die BVMed-Stellungnahme zum GVWG kann unter www.bvmed.de/positionen heruntergeladen werden.

Nach Ansicht des BVMed dürfe im DMP-Programm nicht der unbefriedigende aktuelle Stand der Versorgung von Menschen mit Adipositas festgeschrieben werden. Vielmehr müssten konkrete Verbesserungen erzielt werden. „Für die Krankenkassen, die ein neues DMP anbieten, ergibt sich nicht nur ein Erfüllungsaufwand für besondere ärztliche Leistungen, sondern unter anderem auch für nichtärztliche Leistungen im Bereich der Ernährungs- und Bewegungstherapie (Heilmittel, REHA-Sport) als Bestandteile einer multimodalen Therapie“, heißt es in der BVMed-Stellungnahme.

„Zur Sicherung einer leitlinienkonformen Adipositas-Therapie muss vorgegeben werden, dass bei punktuellen Evidenzlücken diese Leistungen nicht ausgeschlossen, sondern zum Gegenstand des DMP und der Verträge gemacht werden dürfen, wenn diese umgehend evaluiert werden“, fordert der BVMed. „Ansonsten würde das multimodale Therapiekonzept als DMP Adipositas in Frage gestellt werden.“

Die Nationale Diabetes Strategie habe neben dem Ausbau des Therapieangebots für Menschen mit Adipositas auch die Verbesserung der Fort- und Weiterbildung eingefordert. Die Bundesländer sollten daher von der Bundesregierung aufgefordert werden, ausreichend Fort- und Weiterbildungskapazitäten im Bereich der Adipositas-Therapie sicherzustellen. „Nur dadurch kann dann auch eine erfolgreiche Einführung und Umsetzung eines DMP Adipositas ermöglicht werden“, so der BVMed.

Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband über 230 Industrie- und Handelsunternehmen der Medizintechnik-Branche. Im BVMed sind u. a. die 20 weltweit größten Medizinproduktehersteller im Verbrauchsgüterbereich organisiert. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 235.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei über 33 Milliarden Euro. Die Exportquote beträgt rund 65 Prozent.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Registeranalyse | Was eine bariatrische OP extrem adipösen Herzinfarkt-Patienten bringt

    Einer schwedischen Registeranalyse zufolge hilft eine bariatrische Op nicht nur gegen Diabetes, sie halbiert auch die Rate kardiovaskulärer Ereignisse sowie die Mortalität von Patienten nach einem Herzinfarkt. Weiterlesen

  • Mortalität gesenkt: Wem nutzen bariatrische Operationen am meisten?

    Von einem bariatrischen Eingriff profitierten in einer kanadischen Studie insbesondere Männer und – unabhängig vom Geschlecht – Patienten über 55. Der Mortalitätsvorteil war vor allem auf eine Reduktion des kardiovaskulären Risikos und der Krebssterblichkeit zurückzuführen. Weiterlesen

  • Diabetes-Strategie auf dem Weg | BVMed: Auch Adipositas in den Fokus nehmen

    Der BVMed hat die von der Großen Koalition auf den Weg gebrachte nationale Diabetes-Strategie begrüßt. „Wir brauchen eine ganzheitliche Strategie im Kampf gegen die Volkskrankheit Diabetes. Dazu ist die Diabetes-Strategie ein wichtiger Schritt“, kommentiert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Neben Diabetes sollte auch die Adipositas-Behandlung in den Fokus genommen werden. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik