Hygiene & Sicherheitsprodukte

Erstattung von Sicherheitsprodukten | BVMed begrüßt Anpassung der Hilfsmittel-Richtlinie

Sicherheitsprodukte wie Injektions-, Port- oder Pen-Kanülen mit Sicherheitsmechanismus werden künftig von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet, wenn Angehörige oder Fachpersonal beispielsweise in Pflegeheimen die Versorgung für den Patienten übernehmen. Darauf weist der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, hin, nachdem der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Januar 2020 die Hilfsmittel-Richtlinie angepasst hat. "Wir begrüßen die Umsetzung zur Erstattung von Sicherheitsprodukten. Damit wird ein wertvoller Beitrag für den Schutz der Anwender vor Infektionen geleistet", so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Der Gesetzgeber hat mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), das am 11. Mai 2019 in Kraft getreten ist, den Anspruch auf die Erstattung von Sicherheitsprodukten geschaffen. Ist ein Versicherter nicht in der Lage, sich eigenständig mit dem Hilfsmittel beispielsweise für Infusions- oder Diabetes-Therapien zu versorgen und eine dritte Person übernimmt dies, so hat der Versicherte Anspruch auf Sicherheitsprodukte, um den Dritten vor Infektionen durch Stichverletzungen zu schützen.

Nach der nun durch den G-BA angepassten Hilfsmittel-Richtlinie ist dabei unerheblich, ob der versorgende "Dritte" ein Angehöriger oder Fachpersonal beispielsweise eines Pflegeheimes ist. Der BVMed hatte sich entsprechend in das mündliche und schriftliche Stellungnahmeverfahren eingebracht. Die neue Regelung schafft nach Ansicht des BVMed Sicherheit für den Anwender sowie Klarheit für die Verordnung und Verwendung von diesen Hilfsmitteln.

In einem weiteren Schritt muss nun die Anpassung der Produktgruppe 03 des Hilfsmittelverzeichnisses erfolgen. Der BVMed steht dabei im Austausch mit dem GKV-Spitzenverband und schlägt die Ergänzung entsprechender Abrechnungs-Positionsnummern zu den jeweiligen Sicherheitsprodukten vor.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • Infektionsprävention auf die EU-Agenda

    Infektionsprävention muss künftig eine dauerhafte gesundheitspolitische Priorität werden und sollte auch ein Schwerpunktthema auf der Agenda der deutschen EU-Ratspräsidentschaft sein. Das fordert der BVMed-Fachbereich "Nosokomiale Infektionen" (FBNI) in einem Positionspapier mit dem Titel "Infektionen vermeiden – Bewusst handeln". Der BVMed fordert unter anderem, sich auf europäischer Ebene das Ziel zu setzen, in den nächsten fünf Jahren 20 Prozent der nosokomialen Infektionen zu vermeiden und diese Zahl auch mit einem jährlichen Bericht zu monitoren. Weiterlesen

  • COVID-19 | Info-Blog

    Im COVID-19-Info-Blog informiert der BVMed regelmäßig rund um die Coronavirus-Pandemie: Sie finden hier u. a. aktuelle Gesetzgebungen und Verordnungen sowie Hinweise und Links zu Liquiditätshilfen und Förderprogrammen. Außerdem informieren wir über arbeitsrechtliche Fragen z. B. zu Kurzarbeit, Systemrelevanz, Arbeitsschutz und Betriebsabläufen. Auch (außen-)wirtschaftliche Themen wie Nachfrage und Angebote sowie Export und Import von Schutzbekleidung und Desinfektionsmitteln werden im BVMed-Blog bespielt. Wir haben Ansprechpartner in den Ministerien für Sie aufgelistet. Auch finden Sie Infos und Links zur Zertifizierung / CE-Kennzeichnung von Schutzgütern sowie DIN-Normen. Insgesamt ist unser COVID-19-Blog chronologisch aufgebaut. Das ermöglicht Ihnen einen guten Überblick über den aktuellen Stand und die Entwicklungen über den gesamten Zeitraum der Pandemie. Weiterlesen

  • COVID-19 | BVMed-Webinar zu den Sonderregelungen für die Hilfsmittelversorgung am 20. Mai 2020

    MedInform, der Seminarservice des BVMed, informiert in einem Webinar am 20. Mai 2020 über die aktuellen und vom üblichen Rahmen abweichenden Regelungen zur Durchführung der Hilfsmittelversorgung in Zeiten von COVID-19. Referentin ist die Rechtsanwältin und Hilfsmittelexpertin Bettina Hertkorn-Ketterer. Weiterlesen


©1999 - 2020 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik