Gesundheitspolitik

Disease Management Programme: BVMed fordert sektoren- und versorgungsübergreifende Behandlungspfade / Chronische Wunden als weiterer Schwerpunkt

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat auf der Anhörung zur Änderung der Risikostrukturausgleichsverordnung (RSA-VO) seine Forderung bekräftigt, sektoren- und versorgungsübergreifende Behandlungspfade in den Disease Management Programmen (DMP) festzulegen. Bisher sei fast ausschließlich die ärztliche Therapie geregelt. Sonstige Leistungserbringer, darunter auch Homecare-Unternehmen, würden dagegen keine Berücksichtigung finden, so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt.

Die Programme dürften nicht die derzeitige Aufteilung in starre Versorgungssektoren zementieren, sondern müssten eine ganzheitliche Sichtweise stärken. Der BVMed schlägt deshalb vor, in der Verordnung folgende Formulierung unter Ziffer 1.8. „Kooperation der Versorgungssektoren“ aufzunehmen:

"Im Sinne einer strukturierten Behandlung erfolgt die Festlegung des Therapieablaufs unter Berücksichtigung aller an der Versorgung Beteiligten, insbesondere spezialisierten Einrichtungen, Krankenhäuser, Rehabilitationszentren, Homecare-Unternehmen und ambulanten Pflegediensten. Ein Schnittstellenmanagement ist festzulegen und die Einhaltung definierter Qualitätsstandards zu garantieren."

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der BVMed-Stellungnahmen ist die stärkere Berücksichtigung chronischer Wunden, insbesondere der Behandlung offener Wunden bei Diabetes mellitus (Typ 2) mit modernen Wundversorgungsprodukten.

Der Entwurf der RSA-Verordnung hält lediglich bei der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms die Überweisung an eine spezialisierte Einrichtung für erforderlich. Der BVMed schlägt hier eine detailliertere Betrachtung der Behandlung vor.

Nach Ansicht des BVMed muss insbesondere die moderne Wundversorgung im Rahmen des DMP für Diabetes stärker berücksichtigt werden. Von den rund 4 Mio. Patienten in Deutschland mit chronischen offenen Wunden sind alleine 1 Mio. Diabetiker. Schätzungsweise 25 Prozent der durch Diabetes entstehenden Kosten entfallen auf die Behandlung chronischer Wunden. Mit der modernen, feuchten Wundversorgung ist eine wirtschaftlichere und effektivere Versorgung der Patienten möglich. Sie trägt erheblich zur Steigerung der Lebensqualität bei. Zur ambulanten Behandlung des diabetischen Fußsyndroms verweist der BVMed auf die Behandlungsleitlinien des Consensus Meetings des „2nd Eureopean Tissue Repair Society“ Symposiums 1997 hin (im Internet verfügbar unter www.cnhfi.de/Fussulcus2.htm).
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