Strategieprozess

BVMed zum Strategieprozess Medizintechnik: „Wir brauchen jetzt den Neustart!“

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, spricht sich für einen zeitnahen Neustart des im Koalitionsvertrag vorgesehenen Strategieprozesses Medizintechnik aus. "Unsere mittelständisch geprägte MedTech-Branche steht durch die EU-Medizinprodukte-Verordnung und die Digitalisierung vor großen Herausforderungen. Deswegen brauchen wir jetzt einen ressort- und parteiübergreifenden Neustart des Strategieprozesses", so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Nach Informationen aus dem Bundesforschungsministerium sei eine gerichtsanhängige Ausschreibung der Grund für die Verzögerungen und das Abschalten der nationalen Informationsplattform medizintechnologie.de.

Die Bundesregierung habe in den vergangenen Jahren die Bedeutung der Medizintechnologie-Branche erkannt und ressortübergreifende Initiativen gestartet, um eine abgestimmte Forschungs-, Wirtschafts- und Gesundheitspolitik auf den Weg zu bringen. Nach dem letzten Strategieprozess-Bericht aus dem Jahr 2012 seien zwar die Informationsplattform zur Unterstützung der kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie ein "Fachprogramm Medizintechnik" aufgebaut worden. Weitere Initiativen und strukturierte Dialoge seien aber zu kurz gekommen, so der BVMed. Nun stehe sogar das Portal medizintechnologie.de mit dem umfangreichen Innovationslotsen und der Akteurs-Datenbank nicht mehr zur Verfügung.

"Die Bundesregierung hat das Ziel, Forschungsergebnisse schneller in die Versorgungspraxis zu überführen und den Patienten den medizintechnischen Fortschritt zeitnah zur Verfügung stellen zu können. Der BVMed steht hier als Gesprächspartner zur Verfügung und wird sich aktiv und sehr konkret einbringen", so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Zu den inhaltlichen Aspekten des Strategieprozesses gehören nach Ansicht des BVMed:
  • Ressort- und parteiübergreifende Dialoge mit den Akteuren der Branche zu den aktuellen Branchenthemen wie MDR und Digitalisierung
  • Beispiel MDR: Unterstützungsprogramme für kleine und mittelständische MedTech-Unternehmen
  • Beispiel Digitalisierung: Schnellerer Zugang der Patienten zu digitalen Lösungen
  • Beispiel Implantateregister: Berücksichtigung der Erfahrungen aus dem Endoprothesenregister (EPRD) zur Abbildung der gesamten Patientenversorgung in einem Versorgungsregister
  • Evaluierung des Fachprogrammes Medizintechnik, um bei den erforderlichen Maßnahmen regelmäßig nachsteuern zu können
  • Analyse der Erprobungsstudien durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), um sie an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen und den medizintechnischen Fortschritt zeitnah den Patienten zur Verfügung stellen zu können
  • Analyse und Weiterentwicklung der Arbeit des Innovationsbüros beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
  • Schnellstmögliche Wiederherstellung des Innovationslotsen und der Akteurs-Datenbank der nationalen Informationsplattform Medizintechnik
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